Contents : Diplomatische Aktenstücke.

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zu  finden,  das  mich  nach  England  bringen  wird,  und  diese
Ueberlegung  ist  es,  die  mich  diesen  Vorschlag  im  Einverständnis
  mit  Herrn  von  Langwerth  hatte  ablehnen  lassen.

«In  Wirklichkeit  lässt  man  mir  keine  Freiheit  und  behandelt
  mich  fast  wie  einen  Gefangenen.  Ich  bin  gezwungen,  mich
zu  unterwerfen,  da  ich  kein  Mittel  besitze,  um  zu  erreichen,
dass  man  mir  gegenüber  den  Vorschriften  der  internationalen
Höflichkeit  Rechnung  trage,  aber  ich  lege  Wert  darauf,  bei  Ew.
Exzellenz  Verwahrung  einzulegen  gegen  die  Art  und  Weise,  mit

der  man  mich  behandelt.
Jules  Cambon.  »

Während  man  meinen  Brief  hintrug,  wurde  ich  benachrichtigt,
  die  Reise  werde  nicht  auf  direktem  Wege,  sondern  über
die  Linie  von  Schleswig  stattfinden.  Um  10  Uhr  abend  verliess
ich  mit  meinem  Personal  die  Botschaft,  inmilten  eines  grossen
Polizeiaufgebotes  zu  Fuss  und  zu  Pferde.

Am  Bahnhofe  bildete  ein  untergeordneter  Beamter  des
Auswärtigen  Amts  die  einzige  Vertretung  dieser  Verwaltung.

Die  Reise  vollzog  sich  mit  äusserster  Langsamkeit.  Wir
haben  mehr  als  24  Stunden  gebraucht,  um  die  Grenze  zu  erreichen.
  Es  schien,  als  ob  man  auf  jeder  Station  auf  Befehle
zur  Wiederabfahrt  wartete.  Ich  war  begleitet  von  Major  von
Rheinbaben  vom  Alexanderregiment  der  Garde  und  einem  Polizeibeamten.
  In  der  Umgebung  des  Kieler  Kanals  haben  Soldaten
unsere  Wagen  überflutet.  Man  hat  die  Wagenfenster  schliessen
und  die  Vorhänge  herunterziehen  lassen;  jeder  von  uns  musste
sich  abgesondert  in  seinem  Abteil  aufhalten,  und  es  war  uns
verboten,  aufzustehen  oder  das  Gepäck  zu  berühren.  Im  Wagengang
  stand  vor  der  offen  gehaltenen  Türe  eines  jeden  Abteils
ein  Soldat,  den  Revolver  in  der  Faust  und  den  Finger  am  Abzug.
Der  russische  Geschäftsträger,  die  Frauen,  die  Kinder,  jedermann
  wurde  der  gleichen  Behandlung  unterworfen.

Auf  der  letzten  deutschen  Station  kam,  gegen  11  Uhr  abend,
Major  von  Rheinbaben  zu  uns,  um  sich  zu  verabschieden.  Ich
übergab  ihm  für  Herrn  von  Jagow  den  folgenden  Brief:

«  Mittwoch  abend  den  5.  August  1914.
«  Herr  Staatssekretär,
«Ich  habe  gestern,  bevor  ich  Berlin  verliess,  mich  schrift-