Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1883. (74)

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anwesenden  Superintendenten  den  Vorsitzenden  zu  wählen,  und  findet  die  Wahl
durch  Stimmzettel  statt.

In  dem  sechsten  Synodalbezirke  wird  der  Vorsitzende  aus  der  Zahl  der  zur
Synode  gehörigen  Geistlichen  von  der  Kirchenbehörde  bestellt.

S.  60.

Die  Berufung  der  Bezirkssynode  erfolgt  durch  den  Vorsitzenden  unter  Angabe
  der  Tagesordnung.  Der  Vorsitzende  eröffnet  und  schließt  die  Versammlungen
und  sorgt  für  die  vorbereitenden  Arbeiten.  Er  leitet  die  Verhandlungen,  bestimmt
die  Reihenfolge  der  zu  verhandelnden  Gegenstände  und  ist  für  Aufrechthaltung  der
Ordnung  verantwortlich.

S.  61.

Die  Bezirkssynode  versammelt  sich  in  der  Regel  jährlich  einmal  an  dem
von  ihr  bestimmten  Orte.  Außerordentliche  Versammlungen  werden  von  der
Kirchenbehörde  im  Falle  des  Bedürfnisses  angeordnet.  Die  Dauer  der  Versammlung
  ist  der  Regel  nach  auf  einen  Tag  beschränkt.  Die  Verhandlungen  sind  öffentlich,
  sofern  nicht  Ausschluß  der  Oeffentlichkeit  von  der  Bezirkssynode  beschlossen
wird.  Jede  Sitzung  wird  mit  Gebet  eröffnet  und  geschlossen.

Mit  Zustimmung  des  Ministers  der  geistlichen  Angelegenheiten  können
zur  Beschlußnahme  über  etwaige  gemeinsame  Angelegenheiten  mehrere  Bezirkssynoden
  zu  vereinigter  Versammlung  berufen  werden.

§.  62.

Lur  Beschlußfähigkeit  der  Synode  ist  die  Anwesenheit  von  zwei  Drittheilen
ihrer  Mitglieder  erforderlich.  Die  Beschlüsse  werden  nach  Mehrheit  der  Stimmen
gefaßt.  Bei  Stimmengleichheit  entscheidet  die  Stimme  des  Vorsitzenden.

Wahlhandlungen  sind,  wenn  zunächst  relative  Mehrheit  sich  herausstellt,
durch  engere  Wahlen  bis  zur  Erreichung  absoluter  Mehrheit  fortzusetzen.  Ergiebt
sich  bei  Wahlen  Stimmengleichheit,  so  entscheidet  das  Loos.

S.  63.
Der  Wirkungskreis  der  Bezirkssynode  umfaßt  nachstehende  Befugnisse  und
Obliegenheiten:

1)  die  Entgegennahme  eines  Berichts  über  die  kirchlichen  und  sittlichen
Zustände  der  Gemeinden,  welchen  der  Vorsitzende  oder  ein  von  ihm
ernannter  Berichterstatter  vorzutragen  hat;

2)  die  Erledigung  der  an  die  Bezirksspnode  gelangenden  Vorlagen  der
Kirchenbehörde  oder  der  Gesammtsynode;

3)  die  Berathung  von  Anträgen  an  die  Kirchenbehörde  und  die  Gesammtsynode,
  welche  von  Mitgliedern  der  Synoden,  den  Kirchenräthen  oder
auch  einzelnen  Mitgliedern  des  Synodalbezirks  über  kirchliche  Gegenstände
  an  die  Bezirkssynode  gelangen;

(Tr.  8954)