Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1890. (81)

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4)  bezüglich  der  Aufstellung  und  Ausführung  des  Betriebsplanes,  sowie
des  jährlichen  Hauungs-,  Kultur=  und  Hütungsplanes  diejenigen  Obliegenheiten
  wahrzunehmen,  welche  in  Gemeindewaldungen  dem  Gemeindevorstande
  zufallen;

5)  über  die  Verwerthung  von  Nebennutzungen  zu  beschließen.  Die  Gewinnung
  von  Nebennutzungen  darf  nicht  eher  stattfinden,  als  bis  dem
Forstsachverständigen  der  Beschluß  mitgetheilt  ist.

20.
Die  weder  der  Genossenversammlung  noch  dem  Vorstande  vorbehaltenen
Angelegenheiten  werden  von  dem  Vorsteher  besorgt.

Der  Vorsteher  hat  insbesondere

1)  die  Versammlungen  der  Genossenschaft  und  des  Vorstandes  zu  berufen
und  zu  leiten;  die  Berufung  der  Genossenversammlung  muß  erfolgen,
wenn  der  vierte  Theil  der  Genossen,  nach  Antheilen  berechnet,  darauf
anträgt;

2)  das  Lagerbuch  zu  führen  (§.  11)/

3)  die  Hauberge  zu  verwalten;

4)  die  Beiträge  zu  den  gemeinschaftlichen  Lasten  und  Kosten  auszuschreiben
und  einziehen  zu  lassen;

5)  die  Nutzungen  zu  vertheilen,  und  zwar  bei  Nutzung  auf  gemeinschaftliche
  Rechnung  in  baarem  Gelde,  sonst  durch  Vertheilung  der  Nutzungsflächen
  unter  die  Genossen;

6)  dem  Forstsachverständigen  Auskunft  zu  ertheilen;

7)  die  Dienstführung  des  Haubergrechners  zu  beaufsichtigen;

8)  bei  der  Wahl  des  Haubergschützen  in  gemeinsamen  Schutzbezirken  mitzuwirken
  (F.  25)j

9)  bei  der  Abgrenzung  der  Schöffenwahlbezirke  und  bei  der  Schöffenwahl
mitzuwirken  (§.  27).

Der  Vorsteher  ist  befugt,  gegen  den  Haubergrechner,  sowie  gegen  Hauberggenossen
  und  Hirten,  welche  die  bestehende  Wirthschaftsordnung,  insbesondere  die
Weideregulative  und  den  Hütungsplan)  verletzen,  Ordnungsstrafen  bis  zur  Höhe
von  drei  Mark  zu  verhängen.

Wenn  ein  Hauberggenosse  die  ihm  obliegenden  Verpflichtungen  nicht  rechtzeitig
  erfüllt,  so  hat  der  Vorsteher,  sofern  es  thunlich  ist,  die  zu  erzwingende
Handlung  durch  einen  Dritten  ausführen  zu  lassen,  den  Kostenbetrag  vorläufig  zu
bestimmen  und  den  Pflichtigen  zu  dessen  Zahlung  aufzufordern.  Kann  die  zu
erzwingende  Handlung  nicht  durch  einen  Dritten  geleistet  werden,  oder  steht  es
fest,  daß  der  Verpflichtete  nicht  im  Stande  ist,  die  aus  der  Ausführung  durch
einen  Dritten  entstehenden  Kosten  zu  tragen,  oder  soll  eine  Unterlassung  erzwungen

(Tr.  9380.)