Full text : Gesetzsammlung für das Königreich Sachsen vom Jahre 1831. (14)

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VIII-JEAN  Die  besonders  abgedruckten  Belehrungen  fuͤr  Nichtaͤrzte  sind,  so  viel  nur  immer  moͤglich,
woeiter  zu  verbreiten  und  zur  Kenntniß  der  Einwohner  zu  bringen,  wobei  dleselben  zu  ermahnen
  sind,  ihre  Lebensweise  hienach  einzurichten,  und  alles  dasjenige  sorgfältig  zu  vermeiden,
  wodurch  der  Ausbruch  der  Krankheic  herbeigeführe  und  begünstiget  werden  kann.

II.
Verfabren  6  ..  .
beimAMnsp  Anordnungen  für  den  Fall  des  Ausbruchs  der  Cholera  an  einem

cheder  Cholera.  inländischen  Orte  selbst.

Unverzügliche  Sobald  die  Cholera  bei  einem  Individuum  an  einem  Orke  ausbriche,  hat  die  Ortspoliibre
  e  zei-  Behörde  hiervon  dem  Bezirks-Amtshauprmanne,  so  wie  jeder  Arze,  dem  ein  solcher  Fall
der  Cholera.  bekannt  wird,  der  Oetsommission  unverzüglich  Anzeige,  und  der  Ameshaupemann  an  die
Immediat  =  Commission,  den  Kreishauptmann  und  die  benachbarten  Amtshauptleute  weitere
  Mittheilung  zu  machen.
C.  7.
Scklennigekr=  Sollee,  wider  alles  Erwarten,  die  Cholera  an  einem  Orte  ausbrechen,  an  welchem
E  noch  keine  Ortscommission  gebildet  ist,  so  ist,  wegen  schleunigster  Errichtung  des  Zusaman
  Orten,  an  mentritts  derselben,  ohne  den  geringsten  Zeitverlust  das  Nöthige  zu  veranlassen.
deuen  uner:  Es  hat  daher  die  Orkspolizei=  Behörde  in  einem  solchen  Falle  bei  der  dieserhalb
wartet  die  Tho—  *  .  .  .«
«»»»»zz,;zchz«vonthrzumachendenszetgemttdestogrofzekerBeschleunigungzuverfahrenundhcerbet,
wo  noͤthig,  der  Staffetten  oder  reitenden  Boten  sich  zu  bedienen.

G.  8.
--  An  einem  solchen  Orte  darf  kein  Todcer  begraben  werden,  bevor  er  nicheé  von  einem
zu  der  Commission  gehörenden  oder  einem  andern  legirimirten  Arzke  besichtigt  ist,  und  von
diesem  genaue  Erkundigungen  über  den  Verlauf  der  Sratt  gefundenen  Krankheie  und  die
Todesursachen  eingezogen  worden  sind,  worauf  sodann  erst  von  dem  genannten  Arzte  der
Begräbnißschein  auszustellen  oder  doch  mit  zu  unterschreiben  ist.  ODie  Leichenwäscherinnen
und  Grabebitter  haben,  bei  Vermeidung  von  Strafe,  dieß  genau  zu  beobachten.

L
Obllegetheiten  Die  Ortscommission  hat,  unker  Berücksichtigung  der  oben  ertheilten  Vorschriften  und
Ceu  fuon.  des  vorgezeichneten  Geschaͤftsganges,  die  nachfolgenden  Anordnungen  mit  der  strengsten  Gewissenhaftigkeit
  und  Puͤnktlichkeit  zur  Ausfuͤhrung  zu  bringen.
Hierbei  hat  der  zu  der  Commission  gehoͤrende  Arzt  von  Tag  zu  Tag  eine  Krankentabelle
  zu  suͤhren,  mit  der  Rubrik:  Monat,  Tag,  Witterung,  Zahl  der  Kranken  vom  vorigen
  Tage,  Namen,  Alter,  Gewerbe  der  neuen  Kranken,  aus  der  Wohnung,  aus  der  Con—

tumaz,  am  wievielten  Tage  der  Contumazirung,  Namen  der  Genesenen,  der  Reconvalescen-