Full text : Kaiser Wilhelm II als Schloßherr auf elsässischem und auf lothringischem Boden.

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einigen  Punkten  als  Grenzländer  Ähnlichkeiten  auf—
weisen.  Schon  die  ältesten  Gräberfunde  zeigen  im
Elsaß,  aber  auch  teilweise  in  Lothringen,  eine  aus
verschiedenen  Bestandteilen  gemischte  Bevölkerung.

Nach  einer  Zeit  kulturellen  und  wirtschaft—
lichen  Rückgangs  unter  den  Alemannen  setzte  nach
dem  Siege  des  Frankenkönigs  Chlodwig  (496)  auch
im  Elsaß  unter  fränkischer  Hoheit  und  Verwaltung
wieder  eine  neue  Blütezeit  ein.  Jetzt  wird  man
auch  hier  den  deutschen  Kriegsmann  auf  seinem  eroberten  Besitz
getroffen  haben,  dort  den  gallorömischen  Bauer,  der  nicht  ganz
von  seiner  Scholle  verdrängt  werden  konnte,  hier  vereinzelt  ein  edles
romanisches  Geschlecht,  dort  endlich  einen  vornehmen  Franken,  der
sich  der  freieren  Sitte  gallorömischer  Zivilisation  nicht  verschloß  und
seinen  Stammesgenossen  gegenüber  die  schöne  Rolle  eines  Ver—
mittlers  höherer  Kultur  übernahm.

Im  Gegensatz  zur  austrasischen  Bevölkerung  war  das  Volk,
welches  im  5.  Jahrhundert  die  elsässische  Ebene  größtenteils  bewohnte,
alemannischen  Ursprungs,  darunter  freilich  noch  wenige  Reste  der
keltoromanischen  Urbevölkerung.  Diese  hat  sich  übrigens  in  einigen
Hochtälern  der  Vogesen  andauernd  behauptet  und  bis  auf  unsere
Tage  erhalten.  Waren  die  Neubesiedler  der  elsässischen  wie  der
lothringischen  Landschaft  Germanen,  so  gehörten  sie  doch  verschiedenen
Stämmen  an.  In  Lothringen  waren  es  durchweg  Franken,  im  Elsaß
meist  Alemannen.  Lothringen  wurde  aus  dem  Norden,  Elsaß  aus  dem
Osten  kolonisiert.  Während  hier  der  Wall  der  Vogesen  den  Anprall
der  Germanen  brach  und  sie  zwang,  seßhaft  zu  werden,  gestattete
die  weite  offene  lothringische  Landschaft  einen  freien  Durchzug.  Hier
bildeten  die  ohnehin  schon  sehr  gelockerten  fränkischen  Verbände
keine  kompakte  Siedelungsmasse  mehr.  Ein  Gleichgewichtszustand
zwischen  Neubesiedlern  und  Arbewohnern  erfolgte  hier  so  gut  wie
garnicht.  Dagegen  ist  wohl  ein  starkes  Vorwiegen  des  keltisch-