Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1907. (41)

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Was  ich  dazu  erhoffe,  ist,  daß  Euer  Durchlaucht  es  von  mir  glauben
werden,  wie  die  Gründe  meines  Scheidens  aus  dem  Anmte  ferne  liegen  der
sogenannten  Machtfrage  zwischen  mir  und  dem  kommandirenden  General  dahier,
welche  Frage  es  für  meine  Gesinnung  gar  nicht  giebt,  die  aber  meiner  pflichtgebotenen
  Bewachung  des  verfassungsmäßigen  Rechts  seither  unterlegt  worden
ist  als  Motiv  von  der  preußischen  Militärpartei  in  ihrem  auch  nach  bester
Ueberzeugung  unternommenen  Angriff  auf  das  Recht.

In  Wahrheit  bin  ich  es  mir  und  der  Sache  selbst  schuldig  gewesen,  das
Amt  des  württembergischen  Kriegsministers  niederzulegen,  jetzt,  wo  die  eigene
Militärverwaltung  Württembergs,  gerechtfertigt  und  notwendig  zu  den  Zeiten
von  Versailles  damals  anno  70  —  heute  als  entbehrlich  und  überflüssig  immer
mehr  erscheint,  —  ihre  Behauptung  fernerhin  des  höheren  Zweckes  entbehrt
und  sie  als  Selbstzweck  ebenso  zu  verwerfen  ist  wie  ihre  Fortführung  zum
Schein  nur  als  gemeinschädlich  in  jeder  Hinsicht,  politisch,  militärisch  und
moralisch  und  schon  durch  die  bloße  Unwahrheit  darin.

Gott  segne  Eure  Durchlaucht  zum  großen  Werke  zum  Heile  Deutschlands
und  der  Welt  und  lasse  Sie  dessen  froh  sein  in  dem  eigenen  Bewußtsein  und
in  dem  beglückenden  Kreise  der  Ihrigen.

Euer  Durchlaucht  treuest  ergebener
v.  Suckow
Generallieutenant  z.  D.  und  Staatsminister  a.  D.

5.  Saden.

Staatsminister  Turban
(ef.  Bd.  III  S.  205)
(gestorben  am  12.  Juni  1898).

Präsident  des  Ministeriums  des  Großherzoglichen  Hauses  und
der  Justiz  Dr.  v.  Grimm
(ef.  Bd.  III  S.  280)
(gestorben  im  März  1898).

6.  Meckhlenburg-Strelitz.
Minister  des  Auswärtigen  Graf  v.  Bassewitz
(ef.  Bd.  II  S.  199).

Brief  Bismarcks  an  den  Staatsminister  Grafen  v.  Bassewitz:1)
Berlin,  den  6.  Januar  1885.
Verehrter  Freund  und  Kollege.
Der  durch  die  Zeitungen  gemeldete  bedauerliche  Tod  des  Reichstagsabgeordneten
Freiherrn  von  Maltzahn-Markhagen  macht  eine  Neuwahl  im  4.  Mecklenburgischen

1)  Aus  Kohls  Bismarck-Jahrb.  Bd.  VI  S.  230.