Full text : Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern. 1913. (40)

Nr.  5.  75

Feststellung  des  Personalbestandes  ein  Verzeichnis  der  im  Register  aufgeführten,  noch  nicht
gelöschten  Agnaten,  unter  dem  vom  Haupte  des  Hauses  und  dem  Familienrate  innerhalb
der  letzten  beiden  Monate  vor  Abschluß  des  betreffenden  Geschäfts  bescheinigt  ist,  daß  andere
noch  am  Leben  befindliche  männliche  Mitglieder  in  dem  Register  nicht  vermerkt  seien.

Diejenigen  Agnaten,  die  erst  nach  Ausstellung  jenes  Verzeichnisses  eingetragen  sind,
haben  keinen  Anspruch  auf  Zuziehung  zu  dem  Geschäfte.

§6  97.

Um  den  Familienrat  vor  Behörden  zu  legitimieren,  genügt  ein  Zeugnis  einer  am
Sitze  der  Standesherrschaft  befindlichen  Gerichtsbehörde,  in  dem  entweder  bescheinigt  wird,
daß  andere  Glieder,  denen  hausgesetzlich  ein  besseres  Anrecht  auf  das  Amt  zustehe,  dort
nicht  bekannt  seien,  oder  daß  zwar  solche  Glieder  bekannt  seien,  daß  sie  aber  auf  die  Rechte
eines  Mitgliedes  des  Familienrates  verzichtet  hätten  oder  ihr  Aufenthaltsort  unbekannt  sei.

8  88.

Die  Urkunden,  auf  Grund  deren  das  Register  des  Familienstandes  geführt  wird,  sind
vom  Haupte  des  Hauses  als  Anlagen  zum  Register  in  Verwahrung  zu  halten.

8  99.
Ein  Doppelstück  des  Registers  wird  von  dem  Haupte  des  Hauses  dem  Fürst-Senior

und  dem  Amtsgerichte  des  Sitzes  der  Standesherrschaft  zur  Aufbewahrung  übergeben  und
durch  den  Stammgutsbesitzer  jährlich  ergänzt

8  100.

Wird  ein  Mitglied  des  Gesamthauses  mittels  eingeschriebenen  Briefes  auf  Grund  dieses
Hausgesetzes  oder  sonstiger  hausgesetzlicher  Bestimmungen  um  eine  Zustimmung  ersucht  und
geht  dessen  Antwort  nicht  innerhalb  vier  Wochen  nach  dem  Zeitpunkte  ein,  in  dem  der  Ein—
gang  der  Antwort  unter  regelmäßigen  Umständen  erwartet  werden  darf,  so  gilt  die  Zustimmung

  als  erteilt.
8  101.

Ist  der  Aufenthalt  eines  Mitgliedes  unbekannt,  so  wird  es,  was  die  Ausübung  seiner
Mitgliedschaftsrechte  oder  die  seiner  Kinder  —  abgesehen  vom  Erbrechte  —  betrifft,  als  nicht
vorhanden  angesehen,  wenn  es  nicht  einen  Vertreter  aus  dem  deutschen  hohen  vormals  reichsständischen
  Adel  ernannt  und  von  dieser  Ernennung  dem  zuständigen  Stammbesitzer  Mitteilung

gemacht  hat.
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Angenommene
Zustimmung.

Unbekannter
Aufenthalt