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urkunde vorzulegen. Die schriftliche Erteilung von
Gnaden seitens der Kurialbehörden erfolgt entweder
unmittelbar oder nur mittelbar, indem der betr. Bischof
oder ein anderer kirchlicher Würdenträger ermächtigt
wird, den Tatbestand zu prüfen und dann
nach freiem Ermessen im Namen der betr. Behörde
die erbetene Gnade ganz oder teilweise zu
verleihen. In der Regel ergehen jedoch die Gnaden
unmittelbar (interposito nemine) und werden
dann die betr. Reskripte entweder in forma
gratiosa oder in forma commissoria ausgestellt.
Die Reskripte in forma gratiosa bedürfen
keiner Exekution. Eine Anerkennung (recognitio)
seitens des Ordinarius ist erforderlich,
wenn es sich um gratiae publicae, wie allgemeine
Ablässe, öffentliche Verehrung von Reliquien,
handelt oder wenn bei privaten Privilegien
gewisse Voraussetzungen erfüllt sein müssen,
wie z. B. die Ehrbarkeit der Umgebung eines
Privatoratoriums. Die Restkripte in forma commissoria
fordern dagegen den Vollzug seitens
des Bischofs. Dieser darf aber die Exekution nur
dann verweigern, wenn das Gnadengesuch durch
obreptitio (Angabe falscher Tatsachen) oder subreptitio
(Unterdrückung wesentlicher, wahrer Tatsachen)
fehlerhaft ist, oder wenn der Bittsteller in
dem Maße unwürdig erscheint, daß seine Auszeichnung
bei andern Anstoß erregen würde. In
diesen Fällen muß der Bischof sofort nach Rom
Bericht erstatten. Im übrigen ist an sich jeder
Gläubige zum Empfang von Gnaden sechtlich
qualifiziert. Selbst die Exkommunizierten sind
jetzt im allgemeinen nicht mehr davon ausgenommen.
Nur die vom Heiligen Stuhle namentlich
Exkommunizierten oder namentlich a divinis
Suspendierten sind unfähig, ein Gnadenreskript
zu empfangen. Unberührt bleibt naturgemäß die
Erfüllung der notwendigen Bedingungen zur Gewinnung
von Ablässen (Norm. pec. c. III, art. 1).
Literatur. 1. Imallgemeinen u.zur Geschichte
der Kurialbehörden überhaupt:
Mesjer, Die heutige röm. K., ihre Behörden u. ihr
Geschäftsgang, in Zeitschrift für Recht u. Politik
der Kirche 1 (1847) 54 f; Bangen, Die röm. K.
(1854); Des Congrégations romaines et de leur
pratique, in Anal. iur. pontif. II (1857) 2230 ff;
Bouix, Tractatus de Curia Romana (Par. 1859);
Grimaldi, Les Congrégations romaines (Siena
1890; auf dem Index); Lega, De origine et natura
sacr. Rom. Congreg., in Analecta eccles. IV
(1896) 45 ff; derf., Praelectiones de indicis
ecclesiasticis Tom. II: De ordinatione Curiae
Romanase (Rom 1898); Russo, La Curia Romana
(ebd. 1904); Hilling, Die römische K. (1906). —
Breßlau, Handbuch der Urkundenlehre 1 (1889);
Sägmüller, Die Tätigkeit u. Stellung der Kardinäle
bis Papst Bonifaz VIII. (1896); Grisar,
Gesch. Roms u. der Päpste 1 (1901); Keller, Die
sieben röm. Pfalzrichter, in Stutz, Kirchenrechtliche
Abhandlungen 1904, 12. Hft. — Die kirchenrechtlichen
Handbücher von Phillips VI 297 ff, Hinschius
1 373 ff, Scherer 1 471 ff.
2. Für dieeinzelnen Behörden kommen
außer der in den zitierten Handbüchern aufgeführten
Kurie.
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älteren Lit. in Betracht: Parayre, La sainte Congrégation
du Concile (Par. 1897); Boudinhon in
Le Canoniste contemporain XXII (1899) 526 f;
Sägmüller, Die Gesch. der C. Conc. Trid. vor dem
Motuproprio Alias nos 1564, im Archiv für kath.
Kirchenrecht LXXX (1900) 1ff. — Mejer, Die Propaganda
(1852 f); Baumgarten, Die hl. Kongregation
zur Verbreitung des Glaubens u. ihr Gebiet, in
Katholik 1899 1 250 ff; Pieper, Gründung u. erste
Errichtung der Propaganda-Kongregation, in Akten
des 5. internation. Kongresses kath. Gelehrten zu
München 1900, 319 ff. — Reusch, Der Index der
verbotenen Bücher (1883 ff); Hollweck, Das kirchl.
Bücherverbot (21897); Pennacchi, In constitutionem
apost. „Officiorum ac munerum“ commentatio
(Rom 1898); Peries, L'Index (1898); Arndt,
Die Vorschriften über das Verbot u. die Zensur der
Bücher (1900); Schneider, Die neuen Büchergesetze
(1900); Boudinhon, La nouvelle lgislation de
D’Index (1900); Hilgenreiner, Die kirchliche Vorzensur
u. das Partikularrecht (1901); Gennari,
Della nuova disciplina sulla proibizione e sulla
censura dei libri (1903); Sleutjes, De prohibitione
et censura libr. juxta Leonis XIII Const.
„Oftüciorum“ (1903); Hilgers, Der Index der verbotenen
Bücher (1904); ders., Das Bücherverbot
in Papstbriefen (1907); Vermeersch, De prohib.
et cens. libr. (Tournai 11906); Putnam, The
Censorship of the Church of Rome (Neuyork u.
Lond. 1907); Hurley, Comment. on the Present Index
Legislat. (Dublin 1908).— Göller, Die päpstl.
Pönitentiarie von ihrem Ursprung bis. Pius V.
(1907ff). — Sägmüller, Die Entwicklung der Rota
bis zur Bulle Johannes'XXII. „Ratio juris“ 1326,
in Tüb. Theol. Quartalschr. LXXVII (1895) 97 ff
Henner, Zur Gesch, der Rota Rom., im Archiv für
kath. Kirchenrecht LXXIII (1895) 177ff; Tangl,
Eine Rotaverhandlung vom Jahre 1323, in Mitteilungen
des Instituts für österr. Geschichtsforschung,
VI. Erg.-Bd 320 ff; Hilling, Die Errichtung
des Notarekollegiums an der römischen Rota
durch Sixtus IV. im Jahre 1477 (Festgabe für
Finke [1904) 169 ff); ders., Die röm. Rota u. das
Bistum Hildesheim (1908). — Erler, Der Liber
Cancellariae Apostolicae vom Jahre 1380 (1880);
v. Ottenthal, Die päpstlichen Kanzleiregeln von
Johann XXlII. bis Nikolaus V. (1888); Tangl,
Die päpstlichen Kanzleiregeln von 1200 bis 1500
(1894); ders., Das Taxwesen der päpstl. Kanzlei
vom 13. bis zur Mitte des 16. Jahrh., in Mitteilungen
des Instituts für österr. Geschichtsforschung
XIII (1892) 1 ff; Kehr, Scrinium u. Palatium.
Zur Gesch. des päpstlichen Kanzleiwesens im
11. Jahrh., ebd., VI. Erg.-Bd 70 ff; Teige, Beiträge
zum päpstlichen Kanzleiwesen des 13. u.
14. Jahrh., ebd. XVII (1896) 408 ff; Cipola, La
Cancellaria e la diplomatica pontificia da S. Siriaco
a Celestino III (1901); Schmitz-Kallenberg,
Practica Cancellariae Apostolicae saec. XV exeuntis
(1904); Hofmann, Zur Geschichte der päpstlichen
Kanzlei vornehmlich in der zweiten Hälfte des
15. Jahrh. (1904); Göller, Zur Gesch der Apostol.
Kanzlei auf dem Konstanzer Konzil, in Röm.
Quartalschrift XX (1906) 205 ff; Baumgarten, Aus
Kanzlei u. Kammer (1907); ders., Von der Apostol.
Kanzlei (1908). — Gottlob, Aus der Camera
Apostolica des 15. Jahrh. (1889); König, Die
päpstliche Kammer unter Klemens V. u. Johann
XXII. (1894); Miltenberger, Versuch einer