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§. 210.
Wer einen Anderen zum Zweikampf mit einem Dritten absichtlich, insonderheit
durch Bezeigung oder Androhung von Verachtung anreizt, wird, falls der
Zweikampf stattgefunden hat, mit Gefängniß nicht unter drei Monaten bestraft.
Sechszehnter Abschnitt.
Verbrechen und Vergehen wider das Leben.
§. 211.
Wer vorsätzlich einen Menschen tödtet, wird, wenn er die Tödtung mit
Ueberlegung ausgeführt hat, wegen Mordes mit dem Tode bestraft.
§. 212.
Wer vorsätzlich einen Menschen tödtet, wird, wenn er die Tödtung nicht
mit Ueberlegung ausgeführt hat, wegen Todtschlages mit Zuchthaus nicht unter
fünf Jahren bestraft.
§. 213.
War der Todtschläger ohne eigene Schuld durch eine ihm oder einem
Angebörigen zugefügte Mißhandlung oder schwere Beleidigung von dem Getödteten
zum Zorne gereizt und hierdurch auf der Stelle zur That hingerissen
worden, oder sind andere mildernde Umstände vorhanden, so tritt Gefängnißstrafe
nicht unter sechs Monaten ein.
§. 214.
Wer bei Unternehmung einer strafbaren Handlung, um ein der Ausführung
derselben entgegentretendes Hinderniß zu beseitigen oder um sich der Ergreifung
auf frischer That zu entziehen, vorsätzlich einen Menschen tödtet, wird
mit Zuchthaus nicht unter zehn Jahren oder mit lebenslänglichem Zuchthaus
bestraft.
§. 215.
Der Todtschlag an einem Verwandten aufsteigender Linie wird mit Zuchthaus
nicht unter zehn Jahren oder mit lebenslänglichem Zuchthaus bestraft.
§. 216.
Ist Jemand durch das ausdrückliche und ernstliche Verlangen des Getödteten
zur Tödtung bestimmt worden, so ist auf Gefängniß nicht unter drei Jahren
zu erkennen. §. 217.
Eine Mutter, welche ihr uneheliches Kind in oder gleich nach der Geburt
vorsätzlich tödtet, wird mit Zuchthaus nicht unter drei Jahren bestraft.
Sind mildernde Umstände vorhanden, so tritt Gefängnißstrafe nicht unter
zwei Jahren ein. §. 218.
Eine Schwangere, welche ihre Frucht vorsätzlich abtreibt oder im Mutterleibe
tödtet, wird mit Zuchthaus bis zu fünf Jahren bestraft.