Full text : Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen vom Jahre 1900. (66)

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Kropf  selbst  hindurchgezogen  werden.  Wo  der  Knoten  geschürzt  ist,  und  außerdem  über  beiden  Schnurenden
  muß  das  Siegel  aufgedrückt  sein.  Derartige  Sendungen  dürfen  nicht  über  25  Kilogramm  schwer  sein.

IV  Geldkisten  müssen  aus  starkem  Holze  gefertigt,  gut  gefügt  und  fest  vernagelt  oder  mit
guten  Schlössern  versehen  sein.  Der  Deckel  darf  nicht  überstehen)  die  Eisenbeschläge  müssen  gut
befestigt  und  so  eingelassen  sein,  daß  sie  andere  Gegenstände  nicht  zerscheuern  können.  Ueber  25  Kilogramm
  schwere  Kisten  müssen  gut  bereift  und  mit  Handhaben  versehen  sein.

V  Geldfässer  müssen  gut  bereift,  die  Schlußreifen  angenagelt  und  an  beiden  Böden  so  verschnürt
  und  versiegelt  sein,  daß  ein  Oeffnen  des  Fasses  ohne  Verletzung  der  Umschnürung  oder  des
Siegels  nicht  möglich  ist.

VI  Bei  Sendungen  mit  baarem  Gelde  in  größeren  Beträgen  muß  der  Inhalt  gerollt  sein.
Gelder,  die  in  Fässern  oder  Kisten  zur  Versendung  gelangen  sollen,  müssen  zunächst  in  Beutel  oder
Packete  verpackt  werden.

S.  18.
1  Im  Wege  des  Postauftrags  können
a)  Gelder  bis  800  Mark  einschließlich  eingezogen  oder
b)  Wechsel  zur  Einholung  der  Annahmeerklärung  versendet  werden.

II  Dem  Postauftrage  sind  die  einzulösenden  Papiere  (quittirte  Rechnung,  quittirter  Wechsel,
Zinsschein  2c.)  zur  Aushändigung  an  die  Person,  die  Zahlung  leisten  soll,  oder  die  zur  Annahme  vorzuzeigenden
  Wechsel  beizufügen.  Die  Vereinigung  mehrerer  Postaufträge  zu  einer  Sendung  ist  nicht
gestattet.  Einem  Postauftrage  zur  Geldeinziehung  können  mehrere  Ouittungen,  Wechsel,  Jinsscheine  rc.
zur  gleichzeitigen  Einziehung  von  demselben  Jahlungspflichtigen  beigefügt  werden;  die  Gesammtsumme
des  einzuziehenden  Betrags  darf  jedoch  800  Mark  nicht  übersteigen.  Ebenso  können  einem  Postauftrage
  zur  Accepteinholung  mehrere  Wechsel  beigefügt  werden,  wenn  sie  derselben  Person  gleichzeitig
zur  Annahmeerklärung  vorzuzeigen  sind.

111  Zu  den  Postaufträgen  zur  Geldeinziehung  und  zur  Accepteinholung  kommen  verschiedene
Formulare  zur  Anwendung.  Derartige  Formulare  werden  von  den  Postanstalten  zum  Breise  von
5  Pf.  für  je  10  Stück  verabfolgt.  Den  Absendern  ist  nicht  gestattet,  für  eigene  Rechnung  hergestellte
Formulare  postmäßig  zu  verwenden;  es  steht  ihnen  jedoch  frei,  die  Ausfüllung  der  von  der  Most
bezogenen  Formulare  zu  Postaufträgen  ganz  oder  theilweise  durch  Druck)  mit  der  Schreibmaschine  2c.  bewirken
  zu  lassen.

1y  Der  Auftraggeber  hat  auf  der  Vorderseite  des  Formulars  anzugeben:

den  Namen  und  Wohnort  der  Person,  die  Zahlung  leisten  oder  das  Accept  ertheilen  soll,

den  einzuziehenden  Betrag  oder  den  Betrag  der  zur  Annahme  vorzuzeigenden  Wechsel)  wobei
die  Marksumme  in  Jahlen  und  Buchstaben  ausgedrückt  sein  muß,

den  eigenen  (des  Auftraggebers)  Namen  und  Wohnort.

Bei  den  Postaufträgen  zur  Geldeinziehung  ist  außerdem  die  Jahl  der  Anlagen  einzurücken.
Ferner  ist  gestattet,  den  Tag  anzugeben,  an  welchem  die  Einziehung  des  Betrags  erfolgen  soll.  Dieser
Tag  ist  dann  für  die  Vorzeigung  des  Postauftrags  maßgebend.

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Postaufträge
zur  Einziehung
von
Geldbeträgen
und  zur  Einholung
  von
Wechselaccepten.