Roßbach. — Schweidnitz. — Breslau. 375
**3 man den Aufmarsch. Es war mehr, als Friedrich ihnen zugetraut hatte.
So sicher waren die Feldherren des — Sieges, daß sie an die Möglichkeit,
Friedrich könne ihrem Plan, in den Rücken des preußischen Eir h
gelangen, Hindernisse bereiten, offenbar gar nicht gedacht haben. Doch k
hatte er ihre Absicht erkannt, so war auch sein Plan gefaßt, der Befehl zum
Angriff auf die noch im Marsch befindlichen Truppen gegeben. In „weniger
als zwei Minuten“ war das preußische Lager abgebrochen und die Armee in
vollem Marsche. Seydlitz begann um ⅛4 Uhr den Angriff, warf die feindliche 157
Reiterei in einem tollen Wirbel
bis über Reichertswerben zurück,
und vor dem Feuer von
sieben preußischen Bataillonen
unter dem Prinzen Heinrich
zerstob alles. Wenigstens
43000 Mann waren von
8500 Preußen — mehr
kamen nicht ins Feuer —
völlig aufgerieben. Der König
hatte, wie herzlich naiv
Soubise schrieb, ihm gar keine
Zeit gelassen, seine „sehr guten
Dispositionen“ auszuführen.
Ohne die geringste Ordnung,
iim wüstesten Durcheinander
flüchteten Franzosen und
Reichstruppen bis nach Hessen
und Franken hin. Ihre Armee
war nicht mehr. Ja so geeg,
daß
die Franzosen dem König
überhaupt nicht mehr entgegenzutreten
wagten, zu ihrer
Abwehr genügte fortan das « -
englisch-hannöverische Heer. General Friedrich Wilhelm Freiherr von Seydlit.
Aber unermeßlich höher war Gemälde eines unbelaunten Künstlers im Ständehause zu Ohlau.
der moralische Eindruck im
ganzen Reich. Alles in Deutschland, ob Freund ob Feind, jubelte, die Siegesthaten
des Königs festigten das Vertrauen seiner Preußen zu ihm, hielten seinen
Staat zusammen, aber an diesem deutschen Waffengange gegen die Welschen glaubte
gurn Deutsche sein Teil zu haben, jeder erquickte und erlabte sein Herz daran,
und das Bewußtsein, ein Deutscher zu sein, trieb ungeahnt neue Triebe.
Inzwischen wurde aber Schweidnitz von den Oesterreichern erobert
(12. November) und der Herzog von Bevern, den der König zum Schutze von
Schlesien zurückgelassen, am 22. November bei Breslau geschlagen, selbst gefangen
genommen. Breslau fiel in des Feindes Hand, nur Trümmer des Heeres 22. Vov.
konnte Zieten noch dem König entgegenführen; doch mit dem festen Entschluß,
trotz seiner kleinen Truppenschar die Oesterreicher zu besiegen, ging dieser mit