Erläuterungsblatt
zu
Markgraf Otto IV. und () seine Gemahlin Dedwig.
Das nachstehend farbig wiedergegebene Zlatt befindet sich auf der Vorderseite von
Bl. 15 der berühmten großen Reidelberger Minnesänger-Zandschrift (sogen. Manesse Coder),
die auf 429 Hergamentblättern etwa 7o000 Strophen von l#0 Dichtern und 137 eine ganze
Seite einnehmende Illustrationen enthält. Die Kandschrift ist im l#. Jahrhundert in der
Schweiz von verschiedenen Händen geschrieben. Geschichtlich zuerst nachweisbar ist sie um
léooo, wo sie im Besitze der Freiherren von Hohen-Sax auf der Zurg Forsteck. bei St. Gallen
auftaucht. löos für die kurfürstliche Bibliothek zu Keidelberg erworben, kam sie im
dreißigjährigen Uriege merkwürdigerweise nicht mit den übrigen entführten Kandschriften
nach Rom, sondern nach Haris in privatbesitz und später an die Tationalbibliothek dort.
Von dort gelangte sie im Jahre i888 durch Vermittlung des Buchhändlers Trübuer
in LKondon in die Universitätsbibliothek zu Beidelberg zurück. Ihren Tlamen führt sie
auf Grund eines in der Zandschrift enthaltenen Liedes des Süricher Dichters Zadlaub,
worin dieser zwei Mitglieder der Füricher Ratsherrufamilie Manesse wegen ihres Eifers
zum emmen von TLiedern preisk. Ihnen schrieb Zodmer die Herstellung der Handschrift
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Site IV. ist abgebildet als jugendlicher Fürst mit seiner jungen Frau Hedwig von
Holstein, die ihn aus der Haft des Erzbischofs von Magdeburg befreite. An sie ist
vielleicht auch sein auf S. 19 abgedrucktes Minnelied gerichtet. Das Har ergötzt sich am
Schachspiel; im Dordergrunde Spiellente. Der rote brandenburgische Adler im silbernen
Felde kehrt mehrmals wieder; über dem Fürsten der Helm mit Adlerflug als Helmzier.