Volltext : Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen vom Jahre 1908. (74)

(3)  Die  Prüfungsarbeiten  sind  unter  Aufsicht  der  beauftragten  Behörde  anzufertigen
und  von  ihr  an  das  Justizministerium  einzureichen.  Dieses  entscheidet,  ob  die  Prüfung  für
bestanden  anzusehen  sei  oder  nicht.

(4)  Wer  die  Expedientenprüfung  nicht  bestanden  hat,  kann  erst  nach  Ablauf  eines
Jahres  zu  einer  zweiten  und  letzten  Prüfung  zugelassen  werden.

II.  Bureauassistenten  und  Aktuare.

§  4.  (1)  Als  Bureauassistent  oder  Aktuar  kann  angestellt  werden,  wer
das  25.  Lebensjahr  vollendet,
das  Reifezeugnis  eines  Gymnasiums,  eines  Realgymnasiums  oder  einer  Oberrealschule
  erlangt  hat
und
nach  dem  Bestehen  der  Expedientenprüfung  mindestens  drei  Jahre  bei  Justizbehörden
zu  Arbeiten  der  Expeditionsbeamten  gegen  Vergütung  verwendet  worden  ist.
(2)  Zum  Bureauassistenten  oder  Aktuar  kann  befördert  werden,  wer  mindestens  drei
Jahre  als  Expedient  im  Justizdienst  angestellt  gewesen  ist,  in  den  Leistungen  völlig  befriedigt
und  sich  tadellos  geführt  hat.

III.  Sekretäre.
Sekretärprüfung.

8  5.  Zu  Sekretären  können  Burcauassistenten  oder  Aktuare  nur  befördert  werden,
wenn  sie  die  Sekretärprüfung  bestanden  haben.

8  6.  (1)  Zur  Sekretärprüfung  zugelassen  werden  Bureauassistenten  oder  Aktuare,
welche  entweder
a)  das  Reifezeugnis  eines  Gymnasiums,  eines  Realgymnasiums  oder  einer  Oberreal-=schulec
  erlangt  und  seit  mindestens  zwei  Jahren  als  Bureauassistenten  oder  Aktuare
bei  Justizbehörden  gearbeitet  haben
oder
b)  mindestens  drei  Jahre  lang  als  Bureauassistenten  oder  Aktuare  bei  Justizbehörden
tätig  gewesen  sind.

(2)  Das  Gesuch  um  Zulassung  ist  bei  dem  Vorstande  der  Justizbehörde  anzubringen.
Dieser  hat  das  Gesuch  unter  Beifügung  der  erforderlichen  Nachweise  dem  Justizministerium
vorzulegen  und  dabei  anzuzeigen,  wie  der  Gesuchsteller  bisher  beschäftigt  gewesen  ist.

(3)  Für  die  Zulassung  ist  die  Reihenfolge  maßgebend,  in  der  die  Gesuche  bei  dem
Justizministerium  eingegangen  und  in  die  Bewerberliste  eingetragen  worden  sind.