Full text : Der neue Kurs.

Aufklärung  dienenden  Deutschen  Kolonialverein  die  Gesellschaft  für
deutsche  Kolonisation  zu  begründen.  Mit  deren  Hilfe  vollbrachte
der  mit  ungewöhnlicher  Energie  des  Willens  Ausgerüstete  dann
sogleich  den  Sprung  von  der  Philosophie  Schopenhauers  in  den
dunklen  Kontinent.

Im  Juli  1893  trat  der  Leipziger  Statistiker  Professor  Ernst
Hasse,  der  nach  der  Auflösung  des  Reichstags  im  Mai  1893  als
nationalliberaler  Abgeordneter  für  Leipzig-Land  gewählt  worden  war,
an  die  Spitze  des  Allgemeinen  Deutschen  Verbandes.  Im  Jahre
darauf  nahm  die  Vereinigung  von  Anhängern  des  Fürsten  Bismarck
  und  eines  größeren  Deutschland  den  Namen  Alldeutscher
Verband  an.  Von  da  ab  entfaltete  sie  eine  außerordentlich  rührige
Werbetätigkeit,  namentlich  in  den  sogenannten  gebildeten  Kreisen.
So  gut  auch  der  Alldeutsche  Verband  als  nationaler  Sauerteig  unter
den  Deutschen  daheim  und  draußen  gewirkt  haben  mag,  so  viel
hat  er  durch  prahlerisches  Pochen  auf  die  Macht  des  Reiches  und
naive  Unterschätzung  fremden  Volkstums  dem  deutschen  Ansehen
im  Auslande  geschadet.

Die  übelen  Wirkungen  mancher  alldeutschen  Schrift  aus  der
ersten  Zeit  des  Verbandes  reichen  bis  in  die  Gegenwart  hinein.
Im  Jahre  1893  veröffentlichte  Kurd  v.  Strantz  einen  Aufsatz,  in
dem  stand:  „Ehe  nicht  in  Dünkirchen,  Herdingen  (Hesdin),  Ryssel
(Lille),  Artreyt  und  Kameryk  im  niederdeutschen  Land  und  in
Nanzig,  Lunstadt  (ienhardtsstadt,  Luneville),  Leuk  (Toul)  und
Verdun  (deutsch  gesprochen)  im  alten  Stammesherzogtum  Lothringen
die  französische  Trikolore  zu  Füßen  des  deutschen  Aars  liegt,  ist
das  Reich  nicht  gesättigt  und  die  alte  Schuld  nicht  beglichen.“
Der  französische  Etatsredner  Jules  Roche  hatte  einen  seiner  stärksten
  Erfolge  in  der  Kammer,  als  er  im  gleichen  Jahre  die  Stellen
der  Schrift  vorlas,  die  die  Befreiung  der  sieben  französischen  Departements
  Muuse,  Meurthe,  Vosges,  Haute  Saöne,  Doubs  und
Jura  von  der  französischen  „Fremdherrschaft“  als  deutsch-nationales
  Pflichtgebot  bezeichneten.  Noch  kurz  vor  dem  Ausbruch  des
Weltkriegs  wurde  von  französischen  Schriftstellern  wie  Vergnet  das
Verlangen,  von  Frankreich  die  ehemals  deutschen  Teile  des  Reiches

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