6 Inhaltsverzeichnis
nage. Französische Propaganda unter den deutschen Truppen. Sozialisten.
Die Spionage von Holland nach Belgien und Nordfrankreich.
Umstände, welche die Spionage begünstigten. Abschub der Bevölkerung
nach Frankreich. Die relief commission. Die Kirche. Die belgische
Bevölkerung. Deutsche Spionage in der Front der Alliierten. Deserteure
als Spione. Die Gefangenen-Aussagen. Der Eindruck der Gefangenen.
Das Verhältnis zwischen den Gefangenen der einzelnen
Nationen. Überläufer. Rückläufer. Die Behandlung der gefangenen
Deutschen.
VI. Im Heimatgebet
Die Alli#erten geschützt, Deutschland der Hauptkampfplah der Spionage.
Das französische Spionagegesindel. Deutsche Fahnenflüchtige als Spione.
Arbeiter aus den neutralen Ländern. Spionageschulen. Kriegsgefangene
als Spione. Die Sabotage. Fragebogen des Nachrichtendienstes. Die
Wissenschaft im Dienste der Spionage. Post- und Telegramm= Überwachung.
Paßfälschungen. Die Binnenschiffahrt. Verurteilungen wegen
Spionage. Die Internationalen im Dienste des Nachrichtendienstes.
Hochadel, Großhandel und Finanz, Börsen. Die politischen Parteien.
Die neutralen Gesandschaften. Konsulate und Militär-Attachés. Die
Presse. Lebensmittel= und Liebesgabentransporte. Politische Attentate.
VII. Die Ergebnisse .....
Die Foch'schen Reserven. Die amesikanischen Streitkräfte Das letete
Wort im Nachrichtendienst hat der Feldherr. Die Irreführung des
Gegners. Der deutsche Nachrichtendienst militärisch, der allüerte politisch
und wirtschaftlich überlegen. Die revolutionäre Propaganda in
Deutschland.
VIII. Nach dem Kigggges
Die ÜMberwachungskommissionen. Das neue französische Nachrichtensystem.
Der Massenbetrieb der Spionage in Deutschland. Verurteilungen.
IX. Spione und Landesverräter
Nationale Spione achtenswert, internationale und Landesverräter verächtlich.
Kleine Spione werden bestraft, große und Landesverräter
bleiben straffrei.
X. Rückblick und Ausblick ....
Deutschland Frankreichs Vorherrschaft ausgeliefert, England und die
Vereinigten Staaten von Nordamerika bedroht.
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Vorwort
In der im Frühjahr 1920 veröffentlichten Darstellung meines Arbeitsgebietes
im Weltkrieg 1) habe ich dem Nachrichtendienst nur verhältnismäßig
wenig Raum gegeben, obgleich die Leitung des militärischen Nachrichtendienstes
und die der Bekämpfung der Auskundschaftung Deutschlands
seit 1912 meine alleinige, im Kriege meine ursprüngliche und
vorwiegende Aufgabe im Generalstab war. Der „Pressedienst“, mit dem
in Deutschland der „Nachrichtendienst“ vielfach verwechselt wurde und
wird, fiel dem Generalstab erst im Kriege zu, weil er von keiner Stelle
vorbereitet war, von der Reichsregierung nicht aufgegriffen wurde, ohne
ihn aber auch die militärische Kriegführung nicht möglich war.
Wenn somit allein der Generalstab in der Lage war, im Pressedienst
Erfahrungen zu sammeln und ein Urteil über ihn im Weltkrieg abzugeben,
so trifft dies in noch höherem Maße für den Nachrichtendienst
zu. Denn Deutschland verfügte nicht wie seine Gegner über einen von
der Regierung einheitlich geleiteten politischen, wirtschaftlichen und militärischen
Nachrichtendienst. Es verzichtete damit auf die Auswertung der
politischen Zustände beim Feind und auf die Einwirkung auf Neutrale
durch Propaganda; es hatte fast ausschließlich nur einen militärisch geleiteten
und militärisch ausgewerteten Nachrichtendienst. Mehrfach bin
ich daher gebeten worden, meine Erlebnisse gerade als Chef des Nachrichtendienstes
der deutschen Obersten Heeresleitung zu schildern. Aber
ich glaubte bisher, und besonders zur geit der Niederschrift meiner
eingangs erwähnten Veröffentlichung, daß hierüber Zurückhaltung geboten
sei.
Die Ereignisse seitdem haben mich eines Besseren belehrt.
Uberall, voran in meinem Vaterlande, sehe ich den durch den Weltkrieg
entfesselten modernen Nachrichtendienst an der Arbeit.
1) W. Nicolai, „Nachrichtendienst, Presse und Volksstimmung im Weltkrieg“.
C. S. Mittler & Sohn, Berlin.