Full text : Das Civil-Medizinal-Wesen im Königreiche Bayern. 2. Band. Die Medizinalpolizei. (2)

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gängen  verlässige  Kunde  erhalten,  bei  Meidung  polizeilicher
Ahndung  zur  Anzeige  der  Wahrnehmung  bei  der  Orts-Polizei-Behäörde
  verpflichtet.

III.  Maßreglu,  wenn  das  Vorhandensein  eines  rotzkranken
  Pferdes  wahrscheinlich  oder  gewiß  ist.

§.  16.

Sobald  die  Anzeige  von  einem  des  Rotzes  verdächtigen
Pferde  gemacht  worden  ist,  hat  die  Orts-Polizeibehörde  alsogleich
  die  augenblicklich  nöthige  Absonderung  zu  veranlassen,
und  zugleich  der  Bezirks-Polizei-Behörde  davon  Kenntniß  zu
geben,  welche  durch  Abordnung  eines  Thierarztes  die  Thatsache
  constatiren  zu  lassen  hat.  Wird  das  Pferd  wirklich  mit
Rotz  behaftet  befunden,  oder  die  Krankheit  dech  als  rotzverdächtig
  bezeichnet,  so  ist  auch  der  k.  Gerichts-Arzt  durch  die
Polizei-Behörde  zu  veranlassen,  sich  vom  Zustande  des  kranken
Thieres  zu  überzeugen.

§.  17.

Ist  das  Pferd  von  sämmtlichen  Sachverständigen  wirklich
als  rotzig  erklärt,  so  ist  selbes  von  Amtswegen  sogleich  dem
Fallmeister  zur  Tödtung  und  Vertilgung  zu  übergeben.

§.  18.

In  diesem  Falle  muß  die  Sektion  auf  der  Wasenstätte,  in
Gegenwart  einer  Gerichtsperson  und  des  Thierarztes  gemacht
werden,  der  Cadaver  ist  alsogleich  sammt  der  Haut  nach  mehrfach
  angebrachten  Einschnitten  6  Schuh  tief  auf  dem  Wasenanger
  zu  vergraben,  wobei  die  sich  damit  Beschäftigenden  aufmerksam
  zu  machen  sind,  daß  sie  sich  nicht  verletzen,  und  dieß
Geschäft  nicht  mit  wunden  oder  offenen  Händen  vornehmen,
indem  dadurch  schlimme  Geschwüre,  ja  lebensgefährliche  Folgen
entstehen  können.

§.  19.

Die  Haut  des  getödteten  Thieres,  wenn  solche  verwendet
werden  will,  ist  aber  auf  der  Stelle  im  Beisein  des  Thierarztes
in  eine  scharfe  Kalklauge  24  Stunden  lang  zu  legen,  worauf
sie  einem  Gerber  zur  Bearbeitung  übergeben  werden  kann.
Hiebei  kommt  indeß  zu  bemerken,  daß,  wenn  das  rotzkranke
Pferd  zugleich  am  Hautwurm  gelitten  hat,  und  sich  Würmgeschwüre
  daran  finden,  auch  die  Haut  auf  der  Stelle  zerschnitten
und  zugleich  mit  dem  Cadaver  vergraben  werden  muß.