4. Erhebung Preußens zur Großmacht durch Friedrich den Großen. 131
so leicht, wie Friedrich wohl gehofft hatte, ward der Sieg nicht errungen;
anfänglich wichen einige preußische Bataillone sogar zurück, so daß selbst
Seydlitz meinte: „Die Bataille geht verloren!“ Aber Oberst v. Wackenitz,
Befehlshaber der Garde du Corps, rief: „Ich gebe keine Bataille verloren,
bevor die Garde attaquierte: ich attaquiere!“ Wie ein Sturmwind warf er
sich mit seinen Reitern auf die Russen, Seydlitz, obschon blutend, hinter ihm
her! So trieben sie die russische Kavallerie und dann auch die Infanterie
des rechten russischen Flügels zurück, und als auf dem anderen Flügel die
Russen siegreich vordrangen, eilte die preußische Kavallerie auch dorthin und
warf die russische auf ihr eigenes Fußvolk. Doch die Russen waren noch
leichter zu besiegen als zu vertreiben; sie standen wie die Mauern und mußten
reihenweise niedergemacht werden. Erst die Nacht und die vollständige Erschöpfung
der Preußen machte
pommern nach Polen zurück;
Friedrich konnte ihm nicht folgen,
weil ihn sein Bruder
Heinrich um Hilfe anrief.
Prinz Heinrich besaß
zwar nicht den kühnen Wagemut
seines königlichen Bruders,
aber große Umsicht und Besonnenheit
und hatte daher die
ihm gestellte Aufgabe, Sachsen
gegen einen überlegenen Feind
zu decken, während des ganzen
Sommers glücklich gelöst; jetzt #
aber bedrohten ihn Daun und — — nind
ein neues Reichsheer von vorn -··., »·s.--«-- -,«"·T
und im Rücken. Friedrich eilte — « "
ihm deshalb zu Hilfe. Sofort Prinz Heinrich von Preußen.
wich Daun zurück und ließ sich
auch nicht zur Schlacht verlocken, folgte aber dem Könige in stets unangreifbaren
Stellungen. Da bezog Friedrich in zu großem Vertrauen auf Dauns
läängstliche Vorsicht bei Hochkirch unweit Bautzen in sehr gefährdeter Stellung,
ganz nahe dem doppelt überlegenen Feinde, ein offenes Lager — für
die Osterreicher eine beschämende Herausforderung. Der König wollte hier
nur zwei Tage stehen bleiben, um eine Brotzufuhr abzuwarten; da wurde
er in der Nacht vom 13. auf den 14. Oktober von Daun überfallen.
Um fünf Uhr morgens wurden die schlaftrunkenen Preußen von ihren eigenen
Kanonen, die den Osterreichern bereits in die Hände gefallen waren, geweckt. In
der Finsternis halfen Mut und Tapferkeit nichts, aber die unübertreffliche Mannszucht
rettete das Heer; in der allgemeinen Verwirrung war jeder auf sich selber angewiesen.
Mann kämpfte gegen Mann, in der Dunkelheit siel mancher von Freundeshand.
Feldmarschall von Keith machte einen fünfmaligen Angriff, um die große Batterie
inmitten des Lagers zurückzuerobern, bis er fiel. Major von Langen hielt mit seinem
9
—. ¾-—
4 7
– — 4
dem Kampfe ein Ende. Fermor mW
ih durch Hinter- —*
zog sich langsam durch Hinter- 2W
7% 4
— 222—
s—.—
—F—FP—.——--
.
» «
.,.-,-.
56
„ 4
-
r#
o“ *v-v 4 *— "
*
7 *
—
2
———.
—. !7 57%/“ 9
— 2 5%
"# 4 "„ %%
4