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selbst mit Kränkung der Rechte der übrigen Städte ihre Eristenz
glänzender und gesicherter zu machen suchte. Die Stadt
und Aemter mußten eigene Häuser zu Ludwigsburg bauen,
damit der Ort bald zur Stadt werden mochte, und die gebauten
Häuser verschenkte der Herzog an seine Räthe und
Hofleute, welche ihm sonst unmöglich in seine neue Residenz
hänen folgen können. In den täglichsten Canzleigeschäfren
zeigte sich eine große Verwirrung, weil Archiv und Registraturen
zu Stuttgart hatten bleiben müssen, und die Räthe
in Ludwigsburg waren. Alles seufzte über einen Zustand,
der nicht einmal durch seine Fortdauer erträglich wurde, weil
die Herrschsucht und Habsucht der Maitresse mit den Jahren
noch siieg, die Schulden der herzoglichen Kammer unerschwinglich
wurden, unglücklicherweise mit einemmal alles
zusammentraf, was schon einzeln den Finanzen des Herzogs
hätte verderblich seyn müssen. Auf die Parforcejagd wurden
ausserordentliche Summen verwandt, der Marstall war erschöpfend
kosibar, die Hofhaltung verschwenderisch, das Soldatenwesen
zahlreich und prächtig, alle Einkünfte wurden anticipirt.
Selbsi die eigenen Creaturen der Maitresse wurden
endlich ungedultig, alle ihre Finanzkünste vergeblich erschöpft
zu sehen, die Habsucht eines Weibes nicht sättigen zu können,
die längst alles verloren hatte, was sonst den Befehl
aus einem weiblichen Munde anmuthig machen konnte.
Das Cousistorium zu. Stuttgart machte dem Herzog
wiederholte Vorstellungen, und legte es ohne alle Hofkunst
seinem Gewissen recht nahe, ob er es wohl wagen wollte, in
diese Verbindung verflochten das heilige Abendmahl zu genießen.
Die Maitresse selbst wurde wirklich als ercommunicirt
behandelt, und die Antwort war in der That passend,
welche ihr einst Prälat Osiander gab, da sic in das bffent-