Knoll — Knopäus. 131
avancirte er zum Generalmajor und erhielt das Regiment v. Schultze.
In der Schlacht bei Cunnersdorf traf ihn eine Kartätschenkugel' ins
Auge, er liess sich nach Stettin bringen, wo ilım die Kugel neben der
recliten Kinnbacke herausgeschnitten ward. Er that sich ausserdem bei
vielen Gelegenheiten im siebenjührigen Kriege rühmlichst hervor, namMentlich
zeichnete er sich im J. 176% in Pommern aus, wo er viel dazu
beitrug, die russischen Magazine zu zerstören und Cöslin zu erobern,
Im October desselben Jahres aber gerieth er in russische Gefangenschaft.
Nach seiner Befreiung gegab er sich zum Könige nach Schiesien,
der ilın zum Commandanten der Festung Schweidnitz ernannte,
Im Jalıre 1764 hatte er’ das Unglück, mit deın Pferde zu stürzen. An
den Folgen dieses Sturzes starb er am 25. März 1764. In seiner Ehe
init Sophie Luise Constanze v. Drost wurden ihın drei Söhne und zwei
Töchter geboren. Auch war er Ritter des Ordens pour le mierite und
Erbherr auf T’hiersdorf, Schubkeimen und Wanglhusen.
Gegenwärtig steht in der Armee FFilheln Leopold Sigismund Samuel
v. K., Major und Abtheilungs- Coinmandeur in der Garde-Artillerie,
auch Ritter verschiedener Orden, namentlich anch des eisernen
Kreuzes ?, Classe (erworben in Frankreich). — Durch Vermäh-Inngen
hat diese Familie mehrere Stiftungen und Stipendien erhalten,
nämlich durch die Vermählnng des Johann v. K., der im Jahre 1604
Starb, mit Sibylla von Lessgewang ist sie zu einer Fundationsstelle
eines Fräuleinstifts in Königsberg, durch die Vermählung des Geory
riedrich v. K., Erbherrn auf Sporglitten, der 1705 starb, mit einer
v. Glaubitz ist die Familie zu einem Stipendium gelangt, woraus vier
Söhne vom 1ften bis zum 18ten Jahre jährlich 130 Tlir., ferner zur
Offizier- KEquipage 200 Thlr., und zum Besuch einer Universität für
zwei Söhne 400 Thilr. erhalten kann. Diese wohlthätige Einrichtung
führt den Namen des Scharf v. Werthschen Stipendium.
Das Wappen, von dem wir oben schon eine Andeutung gegehen
Iiaben,, zeigt im silbernen Felde drei Weinhumpen und auf dem Helme
ein Postliorn, links wehen drei, rechts zwei türkische Fahnen über
demselben. Wir haben bei diesem Aufsatze einen vor uns liegenden
Stammbaum der Familie benutzt, dem auch ein Abdruck des von uns
beschriebenen Wappens beigefügt war. Siebmacher giebt mehrere Wappen
der v. K., die ganz verschieden von dem erwälnten sind.
Knoll, die Herren von.
Adelige Familien dieses Namens sind in Preussen und Oesterreich
anzutreilen. In Preussen sind es die Nachkommen des Hofratliıs Dr.
nolle, der im Jahre 1791 mit dem Prädicat Knolle von Knoll geadelt
wurde. In Oesterreich stammt eine Familie von Knoll von dem
edlen Hlerın Stephan v. Knoll aus Tyrol ab, der 1720 in den Ritter-Stand
erhoben wurde, eine andere hat den Johann Melchior v. Knoll,
dvocaten zu Botzen, zum Stammherrn, der im Jahre 1794 mit dem
eisatz Knoll von Dornhof geadelt wurde. — Im preuss. Staatsdienste
Steht der Geheime Ober-Kechnungsrath v. Knoll in Potsdam.
Knopäus, die Herren von.
Bine adelige Familie, von der sich ein Zweig in der preuss. Standesherrschaft
(Fürstenthum) Neuwied befindet. Der Stammherr dieses
Geschlechts ist Anton v. Knopäus, Assessor beim kaiserl, Reichskam-Mergericht
zu Wetzlar, Er erwarb im Jahre 1720 den Adel. — Sein
y%