Volltext : Deutsches Kolonialblatt. XX. Jahrgang, 1909. (20)

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Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts,  betr.  Rusführung  der  Kaiserlichen  Bergverordnung
für  Deutsch-Südwestafrika  vom  8.  RKuguft  1905.

Vom  2.  Februar  1909.

Auf  Grund  der  §§  96,  97  der  Kaiserlichen  Bergverordnung  für  Deutsch-Südwestafrika  vom
8.  August  1905  (Reichs-Gesetzbl.  S.  727)  wird  folgendes  bestimmt:

§*  1.  Die  Verfügung  zur  Ausführung  der  Kaiserlichen  Bergverordnung  für  Deutsch-Südwestafrika
  vom  8.  August  1905,  vom  3.  Dezember  1905  erhält  folgenden  Zusatz:

§  1  a:  Auf  den  Erwerb  des  Bergwerkseigentums  finden  entsprechende  Anwendung  die
nach  §  1  der  Kaiserlichen  Verordnung  vom  21.  November  1902  (Reichs-Gesetzbl.  S.  283)  für  Grundstücke
  geltenden  Vorschriften,  denen  zufolge  juristische  Personen  bei  dem  Erwerbe  von  Grundstücken
Beschränkungen  unterworfen  sind.

§  2.  Diese  Verfügung  tritt  sofort  in  Kraft.
Berlin,  den  2.  Februar  1909.

Reichs-Kolonialamt.
Dernburg.

 

Verordnung  des  Couverneurs  von  Deutsch-Neuguinea,  betr.  die  Einwanderung  und
Einführung  nicht  einheimischer  Eingeborener  in  das  Schutzgebiet  Deutsch-Meuguinea.
Vom  1.  November  1908.

Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900,  S.  813)  und  der
Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903  (Deutsches  Kolonialblatt  1903,  S.  509)
wird  für  das  Schutzgebiet  Deutsch-Neuguinea  folgendes  bestimmt:

&  1.  Die  Einwanderung  und  Einführung  nicht  einheimischer  Eingeborener  in  das  Schutzgebiet
  Deutsch-Neuguinea  darf  nur  über  die  dem  Auslandsverkehr  geöffneten  Hafenplätze  erfolgen.

Wer  solche  Eingeborene  in  festem  Vertragsverhältnis  zur  Dienstleistung  über  andere  als  die
dem  Auslandsverkehr  geöffneten  Hafenplätze  einführen  will,  bedarf  hierzu  der  schriftlichen  Genehmigung
der  Meldebehörde  des  Landungshafens.

Die  Schiffsführer  haben  der  Meldebehörde  des  Landungshafens  ein  Verzeichnis  der  dort  zu
landenden  nicht  einheimischen  Eingeborenen  vorzulegen.

§&  2.  Jeder  in  das  Schutzgebiet  einwandernde  nicht  einheimische  Eingeborene  ist  verpflichtet,
binnen  drei  Tagen  nach  seiner  Landung  sich  der  Behörde  des  betreffenden  Auslandshafens  unter
Angabe  seiner  Personalien  vorzustellen.  Auf  Grund  der  Meldung  wird  eine  Bescheinigung  erteilt.

Die  Behörde  kann  die  ärztliche  Untersuchung  anordnen.

Verläßt  eine  meldepflichtige  Person  das  Schutzgebiet  oder  verlegt  sie  innerhalb  des  Schutzgebietes
  ihren  Wohnsitz  in  den  Bezirk  einer  anderen  Behörde,  so  hat  die  An=  und  Abmeldung  in
gleicher  Weise  zu  erfolgen.

§&  3.  Wer  im  Schutzgebiet  nicht  einheimische  Eingeborene  in  festem  Vertragsverhältnis  zur
Dienstleistung  (Arbeiter)  einführt,  ist  verpflichtet,  der  Behörde  binnen  drei  Tagen  nach  der  Landung
Abschrift  des  geschlossenen  Vertrages  und  ein  Namensverzeichnis  in  doppelter  Fertigung  einzureichen.
Wenn  ein  Arbeitsvertrag  nicht  vorhanden  ist,  hat  dessen  Abschluß  vor  der  Behörde  des  Landungshafens
  zu  erfolgen.

Diese  Anzeigepflicht  tritt  in  gleicher  Weise  ein  gegenüber  der  Behörde  des  Arbeitsortes  bei
Erneuerung  oder  Verlängerung  eines  bestehenden  Dienst=  oder  Vertragsverhältnisses.  Die  Behörde
kann  die  persönliche  Vorstellung  und  ärztliche  Untersuchung  anordnen.

Die  Kosten  der  Untersuchung,  der  Aufnahme  Hilfsbedürftiger  oder  Kranker  in  eine  Anstalt
trägt  der  Behörde  gegenüber  der  Unternehmer.

Die  Verwendung  der  eingeführten  Arbeiter  ist  erst  nach  der  Bescheinigung  der  Anmeldung
und  der  Verwendbarkeit  auf  der  zweiten  Fertigung  des  Namensverzeichnisses  gestattet.

§  4.  Der  Behäörde  liegt  die  Üüberwachung  des  Dienstverhältnisses,  im  besonderen  die  Prüfung
der  Unterbringung,  Verpflegung,  Krankenhilfe  und  Löhnung  der  Arbeiter  ob.  Sie  ist  jederzeit  befugt,