Full text : Deutsches Kolonialblatt. XX. Jahrgang, 1909. (20)

W  410  20

Werte  von  410  000  .“  ausgeführt.  Hauptabnehmer
  waren  England  mit  140  000  dz  und  die
Vereinigten  Staaten  mit  120  000  dz;  nach
Deutschland  gingen  2  600  dz.

Fast  ausschließlich  wird  Gossipium  peruvianum
angebaut,  eine  rauhe,  langfaserige,  baumartige
Pflanze;  die  staudenartige  amerikanische  Art  wird
nur  in  kleinem  Maßstab  angepflanzt,  da  die  einheimische
  Art  sich  den  Wasserverhältnissen  besser
anpaßt  und  im  Notfalle  ein  ganzes  Jahr  ohne
Wasser  auskommen  kann.

Die  Baumwolle  bedingt  schon  jetzt  vor  allen
anderen  Erzeugnissen  den  Wohlstand  des  Departements
  Piura.  Ihr  Anbau  ist  einer  sehr  bedeutenden
  Ausdehnung  fähig.  Seitdem  sich  die  Bevölkerung
  davon  überzeugt  hat,  daß  die  Regenjahre
  keiner  regelmäßigen  Folge  unterworfen  sind
(sind  doch  seit  16  Jahren  keine  allgemeine  Regen
gefallen),  hat  sich  das  Interesse  für  künstliche  Bewässerung
  allgemein  Bahn  gebrochen.  Der  Kanal
am  Chiraflusse  ist  in  einer  Länge  von  58  km
ausgebaut  und  bewässert  bereits  jetzt  eine
Fläche  von  etwa  3400  ha.  Die  Peruvian  Corporation
  hat  bis  jetzt  für  diese  Anlage  ungefähr
3  000  000  “  ausgegeben.  Außer  diesem  großen
Unternehmen  auf  der  rechten  Seite  des  Chiraflusses
  sind  verschiedene  kleine  Kanäle  von  Privatleuten
  angelegt  worden.  Ferner  wird  auf  dem
linken  Ufer  ein  großer  Kanal  angelegt,  der  nach
und  nach  auch  dort  das  ganze  jetzt  brachliegende
Land  der  Kultur  erschließen  wird.  Zur  Ausführung
  dieses  Unternehmens  hat  sich  die  Compañia
  Irrigadora  Limitada  de  Piura  mit  einem
zum  größten  Teile  von  Deutschen  eingezahlten
Kapitale  von  500  000  „//  I  gebildet.  Den  Bau
dieses  Kanals,  von  dem  bis  jetzt  14  km,  bei
einer  Sohlenbreite  von  4  m  und  teilweiser
Tiefe  von  8  m,  fertiggestellt  sind,  hat  ein  deutscher
Ingenieur  mittels  eines  aus  Deutschland  bezogenen
  Trockenbaggers  ausgeführt.

(Nach  einem  Berichte  des  Kais.  Konsulats  in  Piura.)

Reisernte  Britisch-Indiens  1908/09.

Das  Schlußmemorandum  über  die  gesamte
Reisernte  Britisch-Indiens  für  die  Saison  1908/09
ist  unter  dem  25.  Februar  d.  Is.  veröffentlicht
worden.  Die  Schätzungen,  die  diesem  Berichte
zugrunde  gelegt  sind,  umfassen  ein  Areal  von
78  v.  H.  der  gesamten  in  Britisch-Indien  unter
Reiskultur  stehenden  Fläche.

Die  Gesamtanbaufläche  wird  zu  52426800
Acres  gemeldet,  so  daß  sie  hinter  der  vorjährigen
Fläche  um  2  250  500  Acres  oder  4  v.  H.  zurückbleibt.


Die  Gesamtausbente  wird  auf  398909  800

 

awts  geschätzt  gegen  379  211  300  cwts  oder
5  v.  H.  mehr  als  im  Vorjahre.

Einen  üÜberblick  über  die  Anbaufläche  und
den  Ertrag  der  Reisernte  1908/09  in  den  einzelnen
  Provinzen  ergibt  die  folgende  Zusammenstellung:


Fünfjähr.

 

 

 

Provinzen  1908/09  1907.08  Durchschn.
Anbaufläche  in  Acres
Bengalen:
Sommerreis  151  800  181  700  166  000
Herbstreis  4386  400  41434  100  4  255  800
Winterreis  171919  200  19  836  300  20  121  600
zusammen  22  454  400  24  452  100  24  542900
Ostbengalen  u.  Assam;:
Sommerreis“).  281  300  281  300  260  800
Herbstreis  4600  000  3  953900  3  732900
Winterreis.  10  441  200  11  522900  12300  200
zusammen  15  322  500  15  758  100  16.293  900
Madras  7  103600  7  215  100  "")7  238  300
Unterburma  7  540  300  7252  000  6  780  000
Insgesamt  52  426  800  54  677  300  54  855  100
Ertrag  an  gereinigtem  Reis  in  ewts.
Bengalen:
Sommerreis  8141  100  1014600  1  127  100
Herbstreio  211914  100  23  455  500  25  076  000
Winterreis  142  159  600  115  860  200  193  311  800

 

#zzusammen  164  887  800  140  330  300  219  514900
Ostbengalen  u.  Assam:
Sommerreis  2  066  700  1  798  000  1  820  300
Herbstreis  30  360  O000  23  723  400  18  103  700
Winterreis  89  272  300  100  710  100  107  105  600

zusammen  121  699  000  126  231  500  127  329  700

 

 

Madras  45  188  000  49  501  500°)51  655  50/0
Unterburma  66  835  000  63  118  O000  59  600  000
Ingesamt  398  909  800  379  211  300  458  100  100

Aus  den  Einzelberichten  der  Provinzen,  denen
der  Prozentsatz,  mit  welchem  sie  an  der  Gesamtanbaufläche
  Britisch-Indiens  beteiligt  find,  in
Klammern  beigesetzt  ist,  mögen  folgende  Angaben
über  die  Ernte  hervorgehoben  werden:

1.  Bengalen  (34,4  v.  H.).  Die  mit  Winterreis
  bestellte  Anbanfläche  wird  auf  17  916  200
Acres  angegeben  gegen  19  836  300  Acres  im
Vorjahre.  Sie  hat  sich  mithin  um  9,7  v.  H.  verringert.
  Die  Saison  war  wenig  günstig.  In
Unterbengalen,  Orissa  und  Chota  Nagpur  wurden
die  Aussichten  im  September  noch  günstig,  trotz  der
heftigen  Juli=  und  Augustregen  und  stellenweisen
Insektenschadens.  Allerdings  litt  dann  auch  wieder
stellenweise  der  Ertrag  unter  dem  frühen  Aufhören
des  Oktoberregens.  Im  allgemeinen  wird  indessen
aus  den  genannten  Distrikten  eine  ziemlich  gute
Ernte  erwartet.  Der  Gesamtertrag  wird  auf
142  159  600  ewts  gegen  115  860  200  cewts  im

verflossenen  Jahre  geschätzt.

 

*)  Nur  für  Ostbengalen.
*)  Nur  Raiyatwaridörfer.