Full text : Die Verfassungsgeschichte der Germanen und Kelten.

Achtes  Kapitel.

Prineipes  und  Reges.
Engere  und  weitere  Bedeutung.

Der  fundamentale  Charakter  des  Gemeinwesens,  ob  nebeneinander
  Monarchie  und  Freistaat,  ob  Monarchie  in  verschiedenen
Abstufungen,  ergibt  sich  aus  der  Bedeutung  der  Ausdrücke  reges
und  principes,  die  daher  im  Zusammenhang  zu  untersuchen  ist.

Die  Begriffe  sind  von  Caesar  für  keltische  Verhältnisse
eingeführt,  auf  germanische  übertragen  und  von  Tacitus  übernommen.


Bei  den  Germanen  hat  jeder  von  ihnen  eine  engere  und
eine  weitere  Bedeutung.  In  jener  scheinen  sie  einander  auszuschliessen,
  in  dieser  sich  einander  zu  nähern.

In  engerer  Bedeutung  ist  princeps  der  Gaufürst,  (welcher
Funktionen  in  der  Gemeinde,  der  Hundertschaft,  dem  Gau,  im
Fürstenrat  übt,)  und  als  princeps  civitatis  der  Stammfürst,  jeder
wie  gezeigt  in  fest  umschriebener  Stellung.

In  weiterer  Bedeutung  erweist  sich  aber  princeps  als  ein
Sammelbegriff,  der  unterschiedslos  nicht  nur  den  Fürsten  der
dritten  Stufe,  sondern  auch  sämtlichen  Fürsten  der  vierten  Stufe,
den  princeps  civitatis,  den  dux  und  selbst  den  rex,  den  Stammfürsten,
  den  Stammherzog,  den  Stammkönig  umfasst.  Denn  auf
jeden  von  ihnen  muss  nach  dem  Inhalt  der  Stellen  bezogen  werden,
was  Üaesar  von  dem  quis  ex  principibus  erzählt,  der  zur  Heer-Cramer,

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