440
II Für das Mehrgewicht des Reisegepäcks ist bei der Einlieferung Ueberfrachtporto
zu entrichten. Dieses beträgt, ohne Unterschied der Entfernung, für jedes Kilogramm
oder den überschießenden Theil eines Kilogramm 5 Pf., mindestens jedoch 10 Pf.
III Ist der Werth des Reisegepäcks angegeben, so wird die Versicherungsgebühr für
jedes Stück selbständig erhoben. Diese Gebühr beträgt für je 300 Mark oder einen Theil
von 300 Mark —. 5 Pf., mindestens jedoch für Werthbeträge bis zu 100 Mark
—.. 5 Pf., über 100 Mark —. 10 Pf.
IV Haben mehrere Reisende ihre Plätze auf einen Fahrschein genommen, so ist
das Freigewicht für die auf dem Fahrscheine vermerkte Anzahl von Personen nur dann
von dem Gesammtgewichte des Gepäcks in Abzug zu bringen, wenn die Personen zu
einer Familie oder zu einem Hausstande gehören.
V Die Erstattung von Ueberfrachtporto und Versicherungsgebühr regelt sich nach
denselben Grundsätzen wie die Erstattung von Personengeld.
S. 75.
Verfügung des Reisenden über das Reisegepäck unterwegs.
1 Dem Reisenden kann die Verfügung über das der Post übergebene Reisegepäck
nur während des Aufenthalts an Orten, an denen sich eine Postanstalt befindet, und gegen
Rückgabe oder Hinterlegung des Gepäckscheins gestattet werden.
II Reisende nach Haltestellen müssen ihr Reisegepäck bei der rückliegenden Postanstalt
in Empfang nehmen, von welcher ab die Postverwaltung dafür Gewähr nicht mehr leistet.
S. 76.
Wartezimmer der Postanstalten.
1 Bei den Postanstalten werden nach Bedürfniß Wartezimmer unterhalten. Der
Aufenthalt in den Wartezimmern der Postanstalten ist den Reisenden gestattet:
1. am Abgangsort: eine Stunde vor der Abgangszeit;
2. auf der Reise mit derselben Post: während der Abfertigung bei jeder Postanstalt:
3. am Endpunkte der Reise: eine Stunde nach der Ankunft;
4. beim Uebergange von einer Post auf die andere: während 3 Stunden.
II Personen, welche die Reisenden zur Post begleiten oder die Ankunft einer Post