Metadata : Heinrich der Löwe Herzog von Bayern und Sachsen.

Aufleben  des  Streites  um  Bayern.  137

Die  Welfen  schienen  unzertrennlich  von  dem  Könige.  Wirsehen  sie  mit  ihm
nach  dem  Elsaß,  ja  wiederholt  nach  Burgund  ziehen").  In  letzterem  Lande
hatte  Friedrich  mit  Heinrichs  des  Löwen  Schwager,  Berthold  von  Zähringen,
einen  Vertrag  geschlossen,  zu  gegenseitiger  Unterstützung  in  den  Angelegen=  1.  Juni
heiten  Burgunds?“).  So  war  die  ganze  Sippe  mit  dem  Könige  in  engstem  1152
Bund

Ebenso  unparteüsch,  ja  günstig  gegen  den  Neffen  Welfs,  wie  in  dessen
Streite  mit  dem  Markgrafen  Albrecht,  zeigte  sich  König  Friedrich  in  einer
bei  weitem  wichtigeren  Angelegenheit.  Wie  schon  bemerkt,  hatte  Heinrich  der
Löwe  nicht  verfehlt,  von  Zeit  zu  Zeit  seine  Ansprüche  auf  Bayern  zu  erneuern,
sowohl  durch  das  Wort,  wie  durch  die  Tat.  Auch  unter  Friedrichs  Herrschaft
führte  er  den  Titel  eines  Herzogs  von  Bayern  und  Sachsen““").  Dem  Könige
blieb  nichts  übrig,  als  seinen  vor  seiner  Wahl  eingegangenen  Verpflichtungen
nachzukommen.  Er  setzte  zur  Entscheidung  der  Angelegenheit  einen  Tag  in
Würzburg  fest.  Heinrich  Jasomirgott,  der  bei  dem  Streite  nur  verlieren
konnte,  wünschte  ihn  in  die  Länge  zu  ziehen  und  blieb  aust).  Friedrich  zitierte
deshalb  Heinrich  Jasomirgott  nach  zweimal,  wie  das  Recht  es  erheischte.  1153
Dann  sollte  auf  dem  Reichstage  zu  Worms  das  Urteil  gesprochen  werden;  Anf.  Juni
beide  Herzoge  trafen  in  Worms  ein,  aber  Heinrich  Jasomirgott  behauptete,
nicht  völlig  gesetzmäßig  vorgeladen  zu  seinff).  Wahrscheinlich  führte  er  den
übrigens  falschen  Grund  an,  daß  er  Bayerns  nur  auf  bayrischem  Grund  und
Boden  beraubt  werden  könne.  Zu  Regensburg,  wo  Heinrich  Jasomirgott
jedenfalls  Rede  stehen  mußte,  und  wohin  der  König  die  bayrischen  Großen
zusammenberufen  hatte,  gelang  es  nicht  einmal,  den  in  Bayern  zwischen  der  Sept.
welfischen  und  der  österreichischen  Partei  immerfort  wütenden  Kämpfen  ein
Ende  zu  machenfff).  Auf  einem  abermaligen  Reichstage  zu  Speyer  entschul-Dez.
digte  sich  der  Osterreicher  wieder,  er  müsse  wegen  Bayerns  in  diesem  Lande
belangt  werden.  Da  riß  dem  Könige  die  Geduld.  Endlich  schienen  alle  Hin- 



1895).  —  Bgl.  J.  Ficker,  Forschungen  z.  Reichs=  u.  Rechtsgesch.  Italiens,  II,  310,
331,  340,  344.  —  Bal.  Herm.  Kalbfuß  in  den  „Quellen  u.  Forschungen  aus
italienischen  Archiven  u.  Bibliotheken“  XV,  1  (Rom  1912)  S.  55.

)  StumpfF,  Nr.  122  (28.  Dezember  1152,  Trier),  123  (4.  Februar  1153,  Mühlhausen),
  124  (Februar  1153,  Besangon).

*#%  3283.  Ep.  Wib.  p.  514.  Als  erste  Bürgen  für  den  König  unterzeichnen  Heinrich
von  Sachsen  und  Domnus  Welfo.  Hier  heißt  letzterer  noch  nicht  Dux  Spoleti  etc.
Die  Belehnung  mit  den  italienischen  Besitztümern  muß  also  zwischen  dem  1.  Juni  und
16.  Okt.  1152  [s.  S.  135  Anm.  8)7  geschehen  sein.

*#e“)  B.  B.  in  der  S.  134,  Anmerk.  11)  zitierten  Urkunde.

)  Otto  Fris.  D.  g.  F.  i.  II.  7.

f#0  Otto  Fris.  G.  F.  i.  II,  9.  —  Königliche  Urkunde,  in  der  Heinrich  Heuge,  ist  vom
XVIII.  Kal.  Julü  (14.  Juni)  datiert;t  Lacom  blet,  Niederrh.  Urkdb.  I,  S.  259  f.,
Nr.  376.  —  Ebenso  ist  Heinrich  Zeuge  auf  einer  Urkunde  Friedrichs  in  Worms  ohne
Datum:  Bünau,  Leben  Friedrichs  I.,  S.  433.  —  Stumpf,  III,  Nr.  338.
1)  Orto  Fris.  G.  F.  i.  II,  10.  —  Urkunde  von  Friedrich  zu  Regensburg  1153,  ohne
näheres  Datum.  Unter  den  Zeugen  werden  Heinricus  dux  Bavariae  und  Weifo
dux  Spoletanus  et  marchio  Tusciae  et  princeps  Sardiniae  genannt,  nicht  aber  Heinrich
  der  Löwe.  Ludewig,  Reliquiae  manuscriptorum  XI,  p.  551—558.