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Auf Befehl des Kaisers wurde diese Deduktion an Kurpfalz
geschickt. *)
So weit waren sie also doch nun zu Loͤwenstein oder
zu Wertheim, daß sie in aller Stille ein Recht an Kurpfalz
zu haben. meinten. Nur aus Devotjon gegen das Haus
Neuburg wollten sie diesem noch den Vortritt lassen.
Endlich wurde 1712 am 6. Januar die Löwensteinische Familie
in' den Fürsienstand erhoben, und bald erschien denn
(1731) unter dem Sohne dieses ersten Fürsten von Löwenstein
eine ganz ernstlich gemeinte Deduktion, daß schon 1558 ein
großer Fehler begangen worden sey, weil man damals nach
dem Aussterben der alten Kurlinie den neuen Kurfürsten von
der Pfalz nicht von Löwenstein geholt habe. Was ferner
1685 aus bloßer Mäßigung geschehen sey, könne dem Löwensteinischen
Hause unmöglich schaden. Man sollte ihm vorerst
doch wenigstens gestatten, den Pfalzgräflichen Titel anzunehmen,
denn auch andere hohe Stände des Reichs pflegten
doch ganz unbedenklich ihre alten und neuen Gerechtsame
in die Titulatur einzurücken.)
Schon vier Jahre vorher (1727), ehe die Deduktion erschienen,
war der Löwensteinische Oberstallmeister nach Mannheim
geschickt worden, den Kurfürsten zu disponiren, daß die katholischen
Fürsten von Löwenstein-Wertheim den Pfalzgräflichen
Titel und das Pfalzgräfliche Wappen führen dürften.
") Alle diese Nachrichten sind aus der Frühanfischen Deduktion.
*#) Gründliche Nachricht von des glorwürdigsten Kurfürsten zu
Palz Friderici Victoriosi in Fürstehelicher Abkunft entsprossener
Pfalzgräflicher hoher Stammlinie des Hochfürstlichen
Hauses Löwenstein-Wertheim 2c. angeerbten und von hohen
Geblüts wegen zukommenden Rechten, Prärogativen und Würdigkeiten.
Mit avthentischen Dokumenten belegt und an's
äiicht gestellt. 4731. sol. 45 S. Verfass. ist der Geheime Rath
Frühauf.