Oberamt Geislingen. 677
Durlach 1811 (Bad. Biogr. 1I. 140); Joh. Heinr. v. Prieser, Schwäb. Kreisgesandter
zu Augsburg, 1746; Johe. Kern, Prof. der Philos. in Ulm, 1756, Ulm 1801; die
Maler u. Lakirerfamilie Schneider, bes. Joh. Leonh., Hofmaler zu Ansbach, geb. 1716,
Schwabach 1762 (II. 1, 295); die 3 Beindreher Knoll, Wilh. Benoni, 1712—1764.
sein S. Michael, 1740—1800, und dessen S. Joh. Friedr., 1780—1844; des letzteren
Sohn Michael, 6. Mai 1805, als Oberbaurath zu Stuttgart 1852, als Erbauer
der Geislinger Steige durch ein Denkmal vor dem Bahnhof verewigt (Schw. Kron.
1852, 159. N. N. d. D. XXIX, S. 434); Jak. Früeholz, 1769—1846, Stadtmusikus,
Drechsler, Zeichner u. Maler; Eduard Mauch, 7. März 1800, Prof., Zeichner, Kunstschriftsteller,
f Ulm 1874 (A. D. B. XX, 686).
2. Altenftadt (bis ca. 1227 Glselingen, 1275—92 Altengiseli., 1295 ze der
altenstatt), ev. Pfd. am Zusammenfluß des Fils-, Rohrach= u. Eybthals, 2,6 km uw.
v. G., Postagentur, 417 w, 1533 E., w. 152 K., 1 e. Kf. G. Walb von 115 ha.
Holz= und Hornwaarenfabrik. Baumwollspinnerei (1853). Ki. z. h. Michael, theilweise
noch im goth. Uebergangsstil (Thurmchor, nach dem Brand im Sept. 1634
durch Leonh. Buchmüller v. Ulm 1659—61 erneuert Vish. V, 184. 177); auf dem
einst mit 4 Thbürmen befestigten Kirchhof abg. Kap., vielleicht 1410 Martinski. (Alb= u.
Filsthalbote 1880, 53). Auf einem Hügel jenseits der Fils bis 1532 Nonnenkloster von
Minoritinnen, später Pfarrhaus, Revieramt, jetzt Privathaus, in ältester Zeit vermuthlich
Sitz der H. v. Geiel., die bis 1296 vorkommen (Alb= u. Filsthalbote 1880 Nr. 48 ff.
Vieh. IV, 204. VII, 255 f.). Unterhalb der Filsbrücke ehm. Siechenkap. von 1476
(Alb= und Filsthalbote 1880 Nr. 56. Ulm. Corr.-Bl. 1877, 36). Schulhaus 1871.
A! Wobl auf röm. Grundlage erbout, war A. vor dem Burgenbau wahrsch. polit. Mittelpunkt
des Gaus (Vish. VI, 242 ff.). Um 1549 bis 1664 Poststation. Dorf und
Kirchensatz theilte die Schicks von Geislingen. Ehm. Silberbau auf dem Tögelberg
Ib. 1824, S. 191 ff. Ulm. Corr.-Bl. 1677, 5.
3. Austetten (1275 Amene — 1360 bis 70 Ampstetten, P.M.), ev. Pfd. auf
der Alb, 5,5 km f. v. G., 628 m, Eisenbahnstat., T., mit Neuhaus u. Steighof
445 E., w. 53 K. Ki. z. h. Lorenz, 1499 erneuert; älteres Bild des h. Lorenz; Holzepitaphien
von 1621 und 31 mit Gemälden von H. St. H. (viell. Hans Stürmer)
(Bisb. I, 228), Altarblatt von Jakob Früeholz in Geisl. 1817. Dorf u. Kirchensatz
theilte die Schicksale von Geislingen. Albwasserversorgung 1881.
4. Aushausen (861 Ufhuson, bas obere Hausen), ev. Pfd. am Rande der Alb,
9,3 km sw. v. G., 736 m, 532 E., w. 39 K. G.Wald von 24 ha. Albwasserversorgung
1881. Ki., 1360 noch Kap. zu Uns. Frauen, mit Thurmchor; Apostelbilder
an der Emporki. von 1584. Prächtige Aussicht bis zu den Alpen, zumal am großen
Albwasserreservoir und beim abg. Duchstetten; weiter abg. Schlichten u. Buobenweiler.
A! Das Dorf, 1801 fast ganz abgebrannt, theilte die Schicks. von Geislingen.
5. Böhmensirch (Anf. 13. Ih. Baumenkirche, 1275 Boemikilch Holzkirche,
vgl. Steinenkirch), k. Pfd. m. M.G. auf dem Albuch, 13,4 km nö. v. G., Postamt, T.,
appr. Arzt, Apoth., 692 m. 1 704 E., w. 4 Ev., 1 J. G.Wald v. 221 ha. Plattensteinbrüche.
Albwasserversorgung 1880. Ki. z. h. Hippolyt, 1846 v. Baumeister Lender
in Donzdorf gebaut, um 1870 verschönert; Bild des h. Colomannus, das früher in
der Kap. im Kolmannswald stand, mit Pfingstritt (Meier, Sagen 318). St. Patriz,
Wallfahrts-Kap., 1873 schön ausgeziert, mit 14 Stationen. Abg. B. mit Ortsadel, um
1275 gen., um 1488 Sitz der Roth von Schreckenstein. Früher Reichsgut, kam der
Ort um 1302 durch nicht eingelöste Verpfändung an Rechberg, welches noch Patr. der
Pfarr= und Schuflstelle.