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größten, Prozentsatz zu den Verbrechern. Die Art, wie
bisher die unehelichen Mütter und Kinder von Gesetz
und Sitte behandelt worden sind, zeugt von sehr ein—
seitiger Männerherrschaft in Staat und Gesellschaft.
Wenn die Frauen öffentlich ihre Macht mehr geltend
machen werden, wird sich hier manches ändern. Es ist
3. B. etwas Unerhörtes, daß Männer davor geschützt
sind, irgendwelche Kosten für ihre etwaigen unehelichen
Kinder zu tragen, sobald sie irgendwie nachweisen, daß
sie nicht die einzigen Männer sind, mit denen die un-
ehelichen Mütter verkehrt haben möchten.
Der Kampf gegen die Geschlechtskrank-
heiten.
Dieser Gegenstand führt uns zu den Geschlechts-
krankheiten, deren Bekämpfung von allergrößtem
Werte ist. Diesen furchtbaren Seuchen müssen wir
energisch zu Leibe gehen. Sie sind an sehr vielen kinder-
losen und kinderarmen Ehen schuld, ganz abgesehen von
den sonstigen Leiden, die sie verursachen. Man sagt,
daß sie bei uns die Geburt von mindestens 200 000
Kindern verhindern. Wenn man sich über die zahl-
reichen kinderlosen oder einkindrigen Ehen wundert, so
bedeuten uns die Sachkundigen, daß daran häufig die
Geschlechtskrankheiten schuld sind. Es ist hier nicht ber
Ort, diesen Dingen weiter nachzugehen. Nur die Hoff-
nung wollen wir aussprechen, daß das ganze, Volk der
häßlichen verheerenden Seuche mit allen nur erdenk-
lichen Mitteln zu Leibe geht. Wir sind schon so mancher
Seuche Herr geworden. Wir müssen auch hier den
Lindwurm packen
Verbesserung der Wohnungs-
verhältnisse.
Endlich wird die großstädtische Wohnungs-
not für die Kinderarmut verantwortlich gemacht. Die
Massenmietshäuser, wo die Menschen eingepfercht und