dürfen. Als Verwerthung der Lektüre geben die Uebungen im La—
teinschreiben, sowohl Uebersetzungen ins Lateinische als Bearbeitung
von Auffätzen, erfahrungsmäßig den wichtigsten Beitrag zur Vertiefung
der Lektüre in Hinsicht auf Sprache und Gedankeninhalt.
In der bezeichneten Begrenzung sind die lateinischen Aufsätze als
ein integrirender Theil des lateinischen Unterrichtes in den oberen
Klassen beibehalten worden. Die Uebung im mündlichen Gebrauche
der lateinischen Sprache zur Repetition und mannigfachen Verwerthung
des Gelesenen (nicht zu der erst das Verständnis vermittelnden
Erklärung), schon in mittleren Klassen zweckmäßig anwendbar,
ist geeignet, die prompte Herrschaft über einen bestimmten Sprachsatz
zu fördern und das lateinische Schreiben wesentlich zu unterstützen.
— Die Versuche, Abschnitte aus modernen Schriftstellern
in das Lateinische zu übersetzen, haben bei geschickter Leitung den
Werth, daß sie zu scharfer Auffassung der in moderner Form ausgesprochenen
Gedanken und zur Erwägung der Ausdrucksmittel der
lateinischen Sprache führen; sie sind in der Lehraufgabe nicht ausdrücklich
erwähnt, weil sich für die Höhe der zu stellenden Forderungen
kaum ein bestimmtes Maß bezeichnen läßt.
Zu 4.
Die bei dem lateinischen Unterrichte ausgesprochenen Bemerkungen
über den gleichen Werth der beiden Seiten der sprachlichen
Kenntnisse, der grammatischen und der lexikalischen, über die Schreibübungen
in der ersten Hälfte der Unterrichtszeit, über die für die
Klassenlektüre an die Erklärung zu stellenden Forderungen und über
die Wahl der Gegenstände für die Lektüre und das Maß der Aufgaben
für das Memoriren haben auch für das Griechische Geltung.
Der syntaktische Unterricht, welcher besonders in den letzten zwei
Jahrzehnten an manchen Gymnasien eine in das Speziellste eingehende
Ausführung erhalten hat, ist auf die klare Einsicht in die
Hauptgesetze und auf deren feste Einprägung zu beschränken. Die
Schreibübungen haben auch in der zweiten Hälfte der Unterrichtszeit
nur den Zweck, durch Befestigung der Kenntnisse der Formenlehre
und durch Eingewöhnung in die Grundlehren der Syntax die
grammatische Gründlichkeit der Lektüre zu sichern. In der Prima
ist der grammatischen Repetition und den Schreibübungen zusammen
nur eine von den sechs wöchentlichen Lehrstunden zu widmen, die
übrigen fallen der Lektüre zu. Die Aufgabe der Lektüre selbst findet
bei richtiger Behandlung eine natürliche Unterstützung in der Anziehungskraft,
welche die griechische Litteratur auf die bildungsfähige
Jugend ausübt. Zus
u 5.
a. Die erste Aufgabe des französischen Unterrichtes, Richtigkeit
der Aussprache und Geläufigkeit des Lesens bei fen Schülern zu