Full text : Wehr-Katechismus.

Soldat.  73

da.  Mittellosigkeit.

408.  Ist  der  Mittellose,  der  übrigens  alle  Erfordernisse
eines  einjährigen  Freiwilligen  erfüllt,  von  der  Zulassung
als  solcher  ausgeschlossen?

Nein,  wenn  er  eine  besondere  Befähigung  nachweisen  kann,
wird  er  doch  als  einjähriger  Freiwilliger  zugelassen  und  dann
aus  Staatsmitteln  verpflegt.

409.  Wie  wird  die  besondere  Befähigung  nachgewiesen?

Durch  das  Absolutorium  mit  I.  Note  eines  humanistischen
oder  eines  Realgymnasiums  oder  durch  den  Ausspruch  der  Prüfungscommission.


410.  Wird  ein  solcher  Mittelloser  auch  bei  der  Cavalerie
zugelassen!

Nein,  da  sich  die  Freiwilligen  dieser  Waffengattung  stets
selbst  zu  verpflegen  haben,  so  sind  die  mittellosen  Freiwilligen  an
die  zu  Fuß  dienenden  Truppen  zu  verweisen.

rr.  Besondere  Berufsarten.
1.  Im  Allgemeinen.

411.  Wenn  einer  Mediecin,  Veterinärkunde,  Rechtswissenschaft,
  Theologie,  Philologie,  Pharmacie  studirt,  hat  er  als
einjähriger  Freiwilliger  vor  den  andern  nichts  vorausk

Nichts,  außer  daß  die  Mediciner  und  Veterinäre  in  ihrem
Fache  bei  ihren  Abtheilungen  und  in  Militär-Spitälern  Dienste
leisten  und  prakticiren  können.

2.  Candidaten  der  Mediein.
412.  Was  haben  die  Candidaten  der  Mediein  zu  dem  Ende
zu  thun

I.  Candidaten  der  Medicin,  welche  den  einjährigen  Freiwilligendienst
  in  einem  Militär=  Spital  als  ärztliche  Assistenten
abzuleisten  beabsichtigen,  haben  sich  gleich  den  übrigen  Freiwilligen
  unter  Vorlage  der  allgemein  vorgeschriebenen  Zeugnisse  vor
der  Loosung  ihres  Jahrganges  persönlich  bei  einer  Heeresabtheilung
  anzumelden  und  hiebei  nicht  nur  den  Zeitpunkt,  in  welchen
sie  ihren  Dienst  anzutreten  beabsichtigen,  sondern  auch  alle  jene
Militär-Spitäler  zu  benennen,  in  welchen  sie  primär  oder  eventuell
(für  den  Fall  der  Unzulässigkeit  ihres  primären  Gesuches)  als
örztliche  Assistenten  aufgenommen  zu  werden  wünschen.