Metadaten : Handwörterbuch der Preußischen Verwaltung. Zweiter Band (L-Z). (2)

EIEIIIIIIIIIEIIIIIIIIL  5.)

abgeordnete  für  Zabern,  Schneegans,  erstattet  auf  einer  zahlreich
besuchten  Versammlung  zu  Buchsweiler  seinen  Wählern  sowohl  über
seine  eigene,  als  über  die  Wirksamkeit  seiner  autonomistischen  Collegen
im  Reichstag  ausführlichen  Bericht:

Es  sei  ihnen,  Dank  dem  Grundsatze,  nur  das  Erreichbare  zu  ersteben,
gelungen,  wichtige  Resultate  für  das  Land  zu  erzielen,  so  das  Gie
welches  der  Landesausschuß  die  Eigenschaft  einer  iene  inel  gcurh
ferner  die  erleichternden  Maßregeln  zu  Gunsten  der  zurückkehrenden  Optanten
und  den  Beschluß,  wonach  die  Regierung  gebeten  ist,  die  Wahl  des  Gemeinderaths
  in  Straßburg  vorzunehmen.  Die  von  dem  Redner  dargelegte  Politik
findet  die  allgemeinste  Zustimmung.  Derartige  Versammlungen  sind  im  Elsaß
allerdings  noch  etwas  Ungewohntes,  ihr  Inslebentreten  würde  aber  sicher  sehr
viel  zur  Klärung  der  öffentlichen  Meinung  beitragen.

4.  Juni.  (Deutschland.)  Delegirte  mehrerer  Vereine  beschließen
  zu  Kassel  unter  dem  Vorsitze  des  Dr.  Max  Hirsch,  einen
Congreß  deutscher  Arbeiter  zu  organisiren,  der  durch  wiederkehrende
Verhandlungen  und  unausgefetzte  Agitation  die  Aufklärung  der
Arbeiter  und  die  Besserung  ihrer  Lage  bezwecke,  zugleich  aber  den
socialdemokratischen  Bestrebungen  entgegen  trete.

DTerselbe  will  dies  erreichen  durch  die  Vereinigung  aller  antisocialdemokratischen
  Elemente,  welche  auf  dem  Boden  des  Harrechernsran  stehen.
Der  Congreß  foll  sich  periodisch,  in  der  Regel  alljährlich,  im  September  an
wechselnden  Orten  des  deutschen  Reiches  versammeln.  Die  laufende  Geschäftsführung
  wird  einem  ständigen  Ausschuß  übertragen,  der  an  einem  noch  zu
bestimmenden  Vororte  seiner  Mehrheit  nach  domiciliren  und  vor  Allem  die
Agitation  durch  Wort  und  Schrift  anregen  und  in  lebendigem  Fluß  erhalten
soll.  Das  Programm  beginnt  mit  folgenden  Hauptsätzen:  „Der  Arbeiterstand
bedarf  der  geistigen  und  materiellen  Hebung  im  Interesse  seiner  selbst  wie
der  allgemeinen  Cultur,  Freiheit  und  Wohlfahrt.  Die  Hebung  des  Arbeiterstandes
  ist  nur  auf  geseßlichem  und  friedlichem  Wege  und  auf  dem  Boden
der  freien  Persönlichkeit,  der  Familie,  des  Privateigenthums,  der  Gewerbefreiheit
  und  der  Freizügigkeit  n  erstreben.=  Hieran  reihen  sich  die  hauptsächlichen
  Punkte,  in  welchen  die  Wirksamleit  einerseits  der  Gesetzgebung
und  Verwaltung,  anderseits  der  Einzelnen  und  Vereine  zur  Erreichung  dieser
Ziele  präcifirt  i

5.—  6.  Juni.  (Deutsches  Reich.)  Der  Kaiser  feiert  in
Liegnitz  unter  großem  Jubel  sein  60jähriges  Jubiläum  als  Chef
des  dort  garnisonirenden  Königs-Grenadier-Regimentes.

5.  Juni.  (Preußen.)  In  der  Berliner  Kreissynode  stoßen
die  Liberalen  und  die  Orthodoxen  hart  an  einander.

Anlaß  hiezu  bietet  der  Antrag  des  Predigers  Rohde,  die  Synode
möge  ihrem  Bedauern  über  die  bei  der  Gastpredigt  des  Predigers  Hoßba  i*  in
der  Jakobilirche=  stattgehabten  Demonstrationen  Ausdruck  verleihen.  Hoß
bisher  zweiter  Prediger  an  der  Andreaskirche,  bate  sich  um  die  erste  pach,
stelle  an  der  Jakobikirche  beworben.  Während  seiner  entschieden  freisinnigen
Probepredigt  demonstrirten  die  Orthodoxen  durch  Scharren  mit  den  Füßen,

oltern,  Hinauslaufen  2c.  Sie  erzielten  damit  aber  keinen  andern  Erfolg,
als  daß  Hoßbach  mit  um  so  größerer  Stimmenmehrheit  gewählt  wurde.  Der