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Der v. Domhardt muß überhaupt alle die Briefe nachsehen, wenn er
nach Bromberg hinkömmt, die Seine Majestät an den vorigen Direktor
v. Gaudi geschrieben haben, und woraus er Höchst Dero Intention und
Vorschriften in Ansehung der Verwaltung der Provinz des mehreren
ersehen wird. Er muß auch sein erstes sein lassen, die Provinz ganz zu
bereisen, und solche sich völlig bekannt machen. Alle diese Sachen auf
einmal in Ordnung zu bringen, geht nicht an, sondern das kann nur
nach und nach geschehen. Und darum werden ihm drei Monat Zeit gegeben,
um alle Sachen recht zu beurtheilen, und vernünftige Projecte zu machen.
Er muß also nichts eher anfangen, bis er alle Sachen wohl untersucht
und überlegt hat, und denn muß er sehen, wie die Sachen sind, was
angehen kann oder nicht. Was nicht möglich ist, davon muß man abstrahiren.
Hiernach nun hat sich der Kammer-Direktor v. Domhardt ganz eigentlich
zu richten, und was er außerdem noch zum Besten der Provinz zu bemerken
findet, pflichtmäßig anzuzeigen.
Berlin den 4. Januar 1782.
" Friedrich.
An die Marienwerdersche Kammer.
Wegen Vermehrung des Schafstandes in Westpreußen.
Se. Königl. Maj. haben Dero p. Cammer bereits verschiedentlich
empfohlen, die Vermehrung des Schaafstandes in der Provintz sich ernstlich
angelegen seyn zu lassen, damit mehr Wolle, und so viel, wie im
Lande gebrauchet wird, gewonnen werde, und man keine Pohlnische Wolle
zur hiesigen Verarbeitung mehr nöthig hat; gegenwärtig fehlt es indessen
noch sehr daran, und die Tuchmacher, besonders in den Netz-Distrikten,
sind noch immer genöthiget, die mehrste Wolle vor ihre Tücher aus
Pohlen zu holen, weil sie solche nicht hinreichend im Lande kriegen können.
Höchstdieselben befehlen demnach der Cammer wiederholentlich, nunmehr
mit allem Ernst und Fleiß dahinter her zu seyn, und die Leute dazu
zu animiren, auch selbst Anstalt und Vorkehrungen zu treffen, daß der
Schaafstand durchgehends in der Provintz an Orten, wo es angehet,
vermehret wird. Es gibt dazu Gelegenheiten und Hüthungen genung,
und können sie noch eine Menge Schaafe im Lande mehr halten. Es
liegt nur daran, daß die Cammer sich besser darum bekümmert. Selbige
hat sich daher die Sache alles Ernstes angelegen seyn zu lassen, damit
mit der Zeit soviel Wolle im Lande gewonnen wird, wie nöthig ist, und
wir keine mehr aus Pohlen gebrauchen.
Potsdam den 25. April 1782.
* « Friedrich.
An die Marienwerdersche Kammer.
Wegen Einrichtung von Korn= und Viehmärkten in Westpreußen.
Se. Königl. Maj. haben verschiedentlich befohlen, daß in West-Preußen,
in beyden Departements, von Distrikten zu Distrikten, ordent-