Full text : Geschichte des Königreichs Sachsen mit besonderer Berücksichtigung der wichtigsten culturgeschichtlichen Erscheinungen.

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(Grafschaften),  und  namentli
den  die  Landgrafen,  nachdem  sie  sich
von  der  Gewalt  der  Herzöge  frei  gemacht
hatten,  dem  Fürstenstand  beigezählt.  Seit
Ende  des  15.  Jahrh.  war  der  Grafentitel
  auch  der  Titel  solcher  Herren,  deren
Besitzungen  reichsunmittelbar  waren.  Sie
hatten  auf  dem  deutschen  Reichstag  Sitz
und  Stimme,  indem  ihnen  im  Fürstenrat
vier  Kuriatstimmen,  die  sogen.  schwäbische,
wetterauische,  fränkische  und  westfälische
Grafenbank,  eingeräumt  waren.  Zu  Anfang
  des  19.  Jahrh.  wurden  die  meisten
Grafen  mediatisiert  (s.  Mediatisieren);
nur  der  Landgraf  von  Lissen-Homdurz
(s.  d.)  behauptete  seine  Souveränität  bis
zum  Aussterben  dieses  Geschlechts.
Gramm,  die  Grundlage  des  französischen
  und  nunmehrigen  deutschen  Gewichtssystems
  (das  Gewicht  eines  Kubikzentimeters
  Wasser).  1000  G.  bilden  1
Kilogramm  (Kilo),  das  Gewicht  eines
Liters  destillierten  Wassers,  —  10  Hektowur-



  oder  2000  Ztr.  sind  1Tonne.

Granden  (span.  Grandes),  im  kastilischen
  Königreich  seit  dem  13.  Jahrh.
Titel  des  höchsten  Adels,  der  außer  den
Anverwandten  des  königlichen  Hauses  alle
durch  Ahnen  und  Reichtum  hervorragenden
  Leute,  in  Aragonien  Ricos  hombres
genannt,  in  sich  begriff.  Außer  der  Anwartschaft
  auf  die  höchsten  Staatsämter
und  sonstigen  wichtigen  Vorrechten  hatten
sie  das  Recht,  in  Gegenwart  des  Königs
das  Haupt  zu  bedecken,  wurden  vom  König
  mit  -Mi  primo-  (mein  Vetter-)
angeredet,  hatten  bei  den  Cortes,  die  anfangs
  bloß  aus  ihnen  und  den  Bischöfen
bestanden,  ihren  Platz  unmittelbar  hinter
den  Selaeen  und  vor  den  Titulados  und
genossen  noch  andre  dergleichen  äußere  Auszeichnungen.
  Unter  Isabella  und  Ferdinand
  dem  Katholischen  ward  die  Macht
dieses  hohen  Lehnsadels  durch  Jimenes  gebrochen,
  und  Karl  V.  schuf  ihn  in  einen

Gramm  —  Griechenland.

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Napoleons  wurde  ie  cbrr  36  abgeschafft,
  nach  der  Restauration  aber
wiederhergestellt.  Durch  das  Estatuto
real  vom  10.  April  1834  wurde  den
G.  der  erste  Platz  in  der  Kammer  der
Proceres  oder  Pairs  eingeräumt,  den  sie
auch  behielten,  bis  zur  Zeit  der  Republik
alle  Rechte  und  Titel  der  G.  nochmals
aufgehoben  wurden.  König  Alfons  stellte
die  Grandenwürde  wieder  her.

Grande  nation,  Ia  (franz.,  wr.  gränzd
naßs'ong),  -die  große  Natione,  als  Bezeichnung
  der  Franzosen  schlechthin  von  Napoleon
  I.  erfunden  und  namentlich  vor
dem  deutsch-französischen  Krieg  von  1870
bis  n  vielfach  in  diesem  Sinn  geraucht.



Grand-Seigneur  (franz.,  spr.  grang-Rfänjör),
  Großherr  (Titel  des  Sultans).

Gratisfikation  (lat.),  Vergünstigung,
außerordentliche  Remuneration.

Gravämen  (lat.),  Beschwerde,  die  man
über  etwas  zu  führen  hat;  besonders  früher
die  Beschwerden  der  Reichs=  und  Landstände
  in  Deutschland;  gravaminieren,
  Beschwerde  führen.

Gremlum  (lat.,-Schoß-),  Kollegium,
Korporation,  Zunft,  Gesellschaft;  Handelsgremium,
  s.  v.  w.  Handelskammer.

Griechenland,  Königreichim  Südosten
Europas,  umfassend  das  alte  Mittelgriechenland
  (Gela  den  Peloponnes  (Morea)
  und  das  Inselgebiet:  Euböa,  die  Cykladen,
  die  Nordsporaden  und  seit  14.  Nov.
1863  die  Jasschen  Inseln,  welche  bis  dahin
  einen  Freistaat  unter  englischem  Schutz

ebildet  hatten.  Das  Königreich  hat  einen
Hächengehalt  von  50,123  qkm  mit  (1879)
1,679,775  Einw.,  darunter  37,598  Albanesen,
  1217Walachen  und  29,126  Franken,
d.  h.  Deutsche,  Franzosen,  Engländer  und,
besonders  auf  den  Jonischen  Inseln,  Italiener.
  Die  übrigen  sind  Neugriechen,  d.  h.
Abkömmlinge  deralten  Hellenen  mit  flawischer
  Beimischung,  welche  die  neugriechische
Sprache  reden.  Der  Konfession  nach  gehört
  die  Mehrzahl  der  Bevölkerung  dem
orthodoren  griechisch-katholischen  Glaubensbekenntnis
  an;  Römisch-Katholische
und  Protestanten  wurden  1870:  12,585