Full text : Königlich-Baierisches Regierungsblatt. 1808. (3)

von  2  und  1  Kreuzer  so  vielmal  erhoben  wird,
als  vielmal  15  Zentner  zur  tadung  steben.

Im  Zuge  aufwärts  von  Strömen  muß  überdieß
  das  Weggeld  für  die  Zahl  der  angespannten
  Pferde  bezahlt  werden.

134.  Bei  Berechnung  des  Weggeldes  für
die  Fuhr=  und  Botenwägen  haben  die  Hallund
  Mautämter  vorzüglich  zu  berücksichtigen,
daß  das  Weggeld  von  Gütern  und  Waaren,
die  im  tande  bleiben,  oder  welche  aus  demselben
  ziehen,  allezeit  bis  zu  jenem  Orte  innerbalb
  der  Mautgrenze  berechnet  werden  muß,
wohin  die  Waaren  nach  Inhalt  der  Designationen
  gelangen,  oder  wober  sie  nach  derselben
  gebracht  werden.

135.  Sind  die  Güter  und  Waaren  nicht
mit  Designationen  begleitet,  und  kann  sich  der
Fuhrmann  auch  auf  andere  Art,  wegen  des  Abstoßes,
  oder  der  Abladung  derselben,  nicht  genugend
  legitimiren;  so  muß  für  dieselben  das
Weggeld  nach  den  entferntesten  Orten,  wohin
oder  woher  der  Fuhrmann  andere  Güter  zur  adung
  hat,  berechnet  werden,  und  es  finder  für
dieselben  keine  Ausgleichung  und  Ruckvergu#
tung  statt.

1360.  Die  Hallämter  haben  auch  insbesondere
  noch  darauf  zu  seben,  ob  bei  Güterübergaben
  von  ausländischen  an  inländische  Fuhrleute
  und  Boten  das  bis  zu  ihren  Bestimmungs=Ort
  sie  trefsende  Weggeld  an  der  Grenze  shon
ganz,  oder  nur  zum  Theile  entrichtet  wurde.
Im  lezten  Falle  Hat  dae  Hallamt  die  Nachzablung
  des  noch  zu  entrichtenden  Betrages
von  dem  die  Güter  übernemmenden  inländischen
  Fuhrmanne  oder  Boten  zu  erheben.

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137.  An  Orten,  wo  Gewicheswaagen  errichtet
  sind,  werden  die  beladenen  Wägen  darauf
  gebracht,  und  die  tast  des  ganzen  Wagens
  abgewogen.

138.  An  Orten  aber,  wo  sich  diese  Vorrichtung
  nicht  findet,  wird  die  Zentnerzahl
durch  die  Waagjettel  und  Frachtbriefe  ausgemittelt,
  und  das  Weggeld  nach  der  schon  vorausgegebenen
  Bestimmung  von  lo  zu  lo  Zentner,
  mit  der  weiteren  Zugabe  von  10  Zencner
  für  die  tast  des  Wagens,  wenn
die  Güter-tadung  das  Gewicht  von  60  Zent-“
nern  nicht  erreicht,  berechnet  und  erboben.

Beträgt  aber  das  Gewicht  der  tadung  über
bo  bis  go  Zentner,  so  werden  für  die  Wagentast
  20  Zentner;  beträgt  sie  über  go  bis  100
Zentner,  zo  Zentner;  und  wenn  sie  uͤber  100
Zentner  betraͤgt,  40  Zentner,  immer  zur
Weggelds-Berechnung  angenommen.

130.  Für  ganz  unbeladene,  oder  für  die
mit  einer  Ladung  von  24  Zentnern  nicht  beschwerten
  Wägen  wird  das  Weggeld  blos  nach
der  Zahl  der  angespannten  Mähnstücke  bezahlt.

140.  Das  Oekonomie-Fuhrwesen  mit  Getreide,
  Holz,  Stein,  Salz  rc.  muß,  besondere,
wenn  die  kadung  aus  Getreide  oder  Salz  bestebt,
  durch  Schrannen-Kasten;  oder  Salzamts=
  Attestate  den  Ort  der  Aufladung  nach:
weisen.  In  diesem  Falle  wird  das  Weggeld
nach  der  Kreuzerbelegung  von  Mähnstücken,
und  nach  der  in  der  Fahrt  zurückgelegten  Stundenzabl
  berechnet.  Wenn  aber  der  Aufladungs-Ort
  nicht  nachgewiesen  ist,  so  ist  die  in  dem
Tarif  ersichtliche  überhauptliche  Gebuhr  ein:
zufodern.