Full text : Königlich-Baierisches Regierungsblatt. 1809. (4)

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d)  in  Ruͤcksicht  solcher  Pfarrstellen,  womit
ein  Decanat,  oder  eine  Schul-Inspection,
oder  ein  Schullehrer  und  Schullehrerbildungs

  Geschäfte  verkumden  ist,  bei  welchem
  daher  auf  die  zu  diesen  Geschäften
erfoderlichen  besonderen  Eigenschaften  der
verzüglichste  Bedacht  genommen  werden
soll.

g.  VIII.
Unterstüzung  solcher  Geistlichen,
welche  Alters  oder  Körpersschwäche
wegen  nicht  mehr  zu  einer  sonst

verdienten  Beförderung  auf  eine
bessere  Stelle  geeignect  find.
aà)Hochbejahrte,  oder  durch  Krankheie
dienstesunfähige  Geistliche  haben  auf  Unter-Küzung
  Anspruch.

b)  Diese  kann  ihnen  eneweder  burch  Re-Knarion
  und  Pensionirung,  oder  durch  Gehales-Zulage
  zur  Haltung  eines  Pfarr-Vikars
  zu  Theil  werden.

0)  Resignationen,  welche  ihrer  Ratur  nach
fermillig  seyn  müssen,  können  nur  ganz  unbedingt
  geschehen,  und  dem  resignirenden
Perrer  kann  nur  aus  dem  Ertrage  der  von
ihm  bekleideren  Amtsstelle  eine  lebenslängliche
Pension  ertheilt  werden,  welche  in  der  Regel
den  dritten  Theil  des  reinen  Einkommens  der
tesignirten  Stelle  berragen  soll;  doch  mir  der
Beschränkung,  daß  der  übrig  bleibende  Ertrag
  für  den  Nachfolger  im  Anme  nie  unter
vierhundert  Gulden  herabfallen,  die  Pension
aber  nie  uͤber  fuͤnfhundert  Gulden  steigen

sol.  Die  Regulirung  der  Pension  geschieht

—.n.  —

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von  dem  Ministerium  des  Innern  und  dessen
kirchlicher  Section,  unter  Vorbehalt  königlicher
  allerhöchster  Genehmigung.  Nach  dem
Tode  des  Resignirre  gehr  auch  dessen  Hension
  auf  die  Stelle,  welche  er  bekleider  harte,
  wieder  unverkürzt  über.

d)  Zulage  zur  Haltung  eines  Vicars  wird
nur  bei  Stellen  der  ersten  und  zweiten  Klasse
verwilligt,  und  findet  nur  bei  erwiesenem  Bedürfulsse,
  wegen  hohen  Alters  oder  dauernden
Krankheitszustandes  elnen  bleibenden  Gehilfen
anzunehmen,  start.  .

e)  Eine  solche  Zulage  soll  niemals  die
Summe  von  zweihundert  Gulden  uͤbersteigen,
und  ist  uͤberhaupt  nur  als  eine  Beihilfe  zu
den  durch  Haltung  eines  unentbehrlichen  Vi-Ers
  verursachten  Kosten  anzusehen.

t)  Es  soll  zur  Gewährung  dieser  Unterstüzung
  für  hilfsbedürftige  Geistliche  ein  eigener
  Fond  gebilder  und  lediglich  diesem
Zwecke  gewidmet  werden.

g)  Geistliche,  die  als  schwach  oder
untüchtig  sich  beweisen,  sollen  nicht  befördert
  oder  unterstüzt,  sondern  sobald  als
moͤglich  ist,  vom  Pfarramte  entfernt  werden.


.  N.
Grundséze  für  die  Besezung  der
Medtat-Pfarrstellen.

a)  Jeder  Patron  ist  gehalten,  ein  Subject
  aus  der  Zahl  der  inländischen,  bercirs
zur  Anstellung  geprüften  Kandidaten,  oder
einen  schon  im  Amtse  stehenden  inländischen
Geistlichen  zu  wählen.

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