Full text : Königlich-Baierisches Regierungsblatt. 1809. (4)

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G.  1.

Abends  um  ro  Uhr  sollen  die  Leute,  ohne
Uncerschied  der  Sommer  oder  Wintermonate,
  aus  den  Schenken  und  Wirthshäusern
durch  Bürger-Militähr-Parrouillen,  deren
jede  wenigst  drei  Mann  stark  seyn  muß,  geschaft,
  und  nach  Hause  zur  Ruhe  verwiesen
werden.

.  2.

Solche  Patronillen  hat  an  jedem  Orte
Unser  Dolizeikommissär,  oder  in  dessen  Ermangelung
  Unser  Landrichter,  in  Folge  der
bereits  unterm  16.  Julius  vorigen  Jahres
gegebenen  Verordnung,  anzuordnen;  der  kommandirende
  Offzier  des  Bürger-Militärs
aber  nach  der  Kommandirliste  hiezu  die
Mannschaft  zu  beordern,  und  zu  diesem
Dienste  jene  Bürgersoldaten  zu  verwenden,
welche  ohnedieß  das  Feuerpiquet  an  diesem
Tage  zu  versehen  haben.

.  3.

Diesen  Patrenillen  ist  besonders  einzu-[ärsen:
  den  un  Wirthshause,  oder  in
der  Schenke  sich  verweilenden  Gästen  mit
aller  Art  und  Höflichkeit  zu  begegnen,  und
die  Zeic  zum  nach  Hause  gehen  kund  zu  ma--chen;
  dabei  aber  sich  nicht  zu  erlauben,  selbst
zu  jzechen,  oder  einen  Trunk,  und  noch  weviger
  Geschenke  anzunehmen.

Der  sich  dagegen  verfehlt,  ist  am  nächsten
  Senn  oder  Feiertage  mit  24stündigem
Arreste,  der  nach  Unsständen  auch  mit  geringer
  Nahrung  bei  Wasser  und  Brod  verschärsei
  werden  kann,  vorschriftmässiig  zu  büssen.

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9.  4.

Die  erste  Patrouille  geht  eine  halbe
Stunde  früher,  als  die  Polizei  die  Wirthshäuser
  und  Schenken  unbesucht  haben  will.

.  8.

Wenn  die  Stunde  Abends  10  Uhr
schlägt,  wird  eine  Viertelstunde  darnach
die  zweite  Patrouille  gemacht.  Jene,  welche.
hier  noch  fortzechen,  der  Mamschaff  aber
als  ansässige  Leute  in  der  Stadt  oder  im
Markte  bekannt  sind,  werden  von  ihr  lediglich
  aufgeschrieben,  und  die  Namen  derselben
dem  die  Inspektion  habenden  Oberofsiziere
übergeben;  der  dann  die  Meldung  hievon.
Unserm  Polizeikommissär  oder  Landrichter
macht,  damit  solche  Pelizeifrevter  zur  gebührenden
  Strafe  gezogen  werden.

6.

Es  versteht  sich  von  selbst,  daß  die  Reisenden,
  besonders,  wenn  dieselben  erst  spat  angekommen
  sind,  nicht  dürfen  fortgeschafe
werden;  jedoch  hat  sich  die  Patrouille-Mannschaft
  vom  Wirthe  einen  von  ihm  unterschriebenen
  Zettel  unfehlbar  geben  zu  lassen,  worin
  die  Namen  aller  bei  ihm  übernachtenden,
oder  über  Mittag  gewesenen  Fremden  ausgezeichnet
  sind,  nebst  Bemerkung  ihres  Wohnortes,
  dann  Landes  oder  Kreises,  worin  derselbe
  liegt,  —  ihres  aufhabenden  Karakters,  —
woher  sie  kommen  „—  woehin  sie  reisen,  —  und
der  Dauer  ihres  Aufenthaltes  u.  s.  w.

Auch  diese  Anzeigen  der  Wirthe  har
der  Gefreite,  welcher  die  Patrouille  auführt,
dem  die  Inspektion  habenden  bürgerlichen  Oberoffizier
  zu  behändigen,  die  derselbe  ebenfalls

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