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Koͤniglich-Baierisches
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Regierungsblatt.
XVIII. Stuͤc. Muͤnchen, Mittwoch den 31. Maͤrz 18135
Allgemeine Verordnung.
(Die Disziplinar- Vorschriften für die Advokaten
des Konigreiches betreffend.)
Wir Maximilian Joseph,
don Gottes Gnaden König von Baiern.
Bea dem unermübeten Beftreben, die Verwaltung
der Rechtspflege in Unserm Reiche
auf die msglichst hohe Stufe der Vollkommenheit
zu bringen, war Unser stetes Augenmerk
auch auf die öffentlichen Rechts, Anwälte
gerichtet. De es von ihnen abhänge,
das Richteramt durch richtige Behandlung
der ihnen übertragenen Rechtsgeschäfte zu erleichtern,
sohin die Rechtspflege zu befördern,
auch in vielen Fällen durch gücliche Vereinigung
der Theile kostspielige und verderbliche
Prozesse abzuschneiden, so haben Wir in der
Ueberzeugung, daß die Advokaten sowohl hiedurch,
als überhaupt durch ihre Einwirkung
auf die Rechts-Angelegenheiten Unserer Unterthanen
bedeutenden Einfluß auf das Wohl
derselben haben, diesem Stande jede Verbeslerung
zu geben getrachter, deren er nach
feinen Verhälmnissen im Staate nur immer
fähig ist. Wir haben nicht nur den Advoka-#en
den Eintritt in Unsern Staatsdienst eröffner,
sondern auch die Verfügung getroffen,
daß künftig nur solche Indiotduen zu dent:
Amte eines Advokaten gelangen können, welche
ihre Befähigung beurkunder haben, und
die für den Staarsdienst erfoderlichen Eigenschaften
bestzen, Ihre Subsistenz wurde da:
durch erleichtert, baß Wiv ihre Zahl auf das
Bedürfniß einschränkten, die zweckmäßige
Vertheilung derselben an die verschiedenen
Behörden anordneten, und zur Auerottung
der verderblichen Winkelagenten die strengsten.
Maßregeln nahmen, Ausserdem, daß Wir
hiedurch den Advokacen in den Stand sezen,
auch bei uneigenmüziger Verwaltung seines.
Amtes sich durch Thüärigkeir hinreichenden Unkerhalt
zuerwerben, ohne zu unerlaubten Miekeln
seine Zuflucht zu nehmen, haben Wir
ihn überdieß durch die dauerhafte Gründung
einer Pensions" Anstalt über das Schicksal
feiner Hinterlassenen zu beruhtgen getrachtet.
Wenn Wie auf diese Weise den öffentlichen
Rechts-Anwälten jeden mir der Verfass
sung vereinbaren Vertheil gewähret haben,
so sind Wir auf der andern Seite zu der Erwartung
berechtigerl, daß sie solches dankbar
erkennen, und durch pünktliche Erfüllung ihrer
Pflichten ihrem Berufe entsprechen wer-(31)