Full text : Königlich-Baierisches Regierungsblatt. 1813. (8)

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merksam  seyn,  daß  er  die  Gefängnisse  jedes
mal  fest  und  sicher  verschließe.

G.  18.  Durch  östere  Nachsicht  außer  den
Gefängnissen  hat  der  Gesangenwärter  zu  verhindern,
  daß  den  Gefangenen  von  außen  keine
Umeerstützung  oder  Beistand  zur  Entweichung
geleistet  werden  könne.

§.  10.  Wird  dem  Gefangenen  von  dem
Kriminalgerichte  gestacter,  fremde,  nicht  in
der  Gefängniß,  Anstalt  zubereitete  Speisen
zu  genießen,  so  hat  der  Gefangenwärter
durch  genaue  Untersuchung  dieser  Speisen  zu
verhindern,  daß  darin  dem  Gefangenen
kein  Werkzeug  zur  Entweichung,  oder  sonst
ein  nachtheiliger  Gegenstand  zukomme.

.  20.  Die  Gefängnßschlüssel  soll  der
Gefangenwärter  wohl  verwahren,  dieselben
nicht  leicht  aus  seinen  Händen  geben,  und
nöthigen  Falls  bloß  einem  sichern  Gehilfen
anvertrauen.  Im  Fall  aber  der  Gefangenwärcer
  auf  längere  Zeit,  zum  Beispiel  durch
Krankheit  verhindert  werden  sollte,  sein  Amt
zu  versehen,  so  wird  das  Kriminalgericht
seinen  einstweiligen  Stellvertreter  benennen.
DCO.  1.  Werden  dem  Gefangenen  auf
Anordnung  des  Kriminalgerichts  Fesseln  augelegt,
  so  muß  solches  in  Gegenwart  des
Gefangenwärters  geschehen.

.  322.  Wenn  Gefangene  arbeiten,  und
ihnen  hiezu  nothwendige  Werkzeuge  anvertrauc
  werden,  so-  muß  der  Grsüngenwärter
durch  öftere  Nachsicht  einem  allenfallsgen
Musßbrauche  solcher  Werkzeuge  begegnen,
und  solche  nach  geendeter  Arbeitszeit  sorg#
fältig  wieder  ausoewahren.

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§.  23.  Der  Feuersgefahr  in  den  Gefängnissen
  hat  der  Gefangenwärter  durch  möglichste
  Vorsicht  vorzubeugen;  er  soll  daher
den  Gefangenen  nicht  gestatten,  Tabak  zu
rauchen,  ihnen  kein  Licht  in  das  Gefängniß
heben,  bei  seinen  Visitazionen  sich  einer  sicher
verwahrten  Laterne  bedienen,  und  im  Winter,
  wenn  die  Oefen  geheizt  werden,  durch
strenge  Nachsicht  jede  Gefahr  beseitigen.

Gleiche  Vorsicht  hat  der  Gefangenwärter
  in  der  Küche  und  den  übrigen  Oekonomie-Gebäuden
  zu  beobachten.

G.  24.  Bei  einer  im  Gefüngnißhause
wirklich  ausgebrochenen  Feuersbrunst  hat
der  Gefangenwärter  sogleich  das  Kriminalgericht
  davon  in  Kenntniß  zu  sezen,  und
mittlerweile  unter  Beirufung  der  Polizel
und  des  Militäcs  alle  jene  Anstalten  zu
treffen,  welche  zur  Löschung  des  Feuers  und
Sicherung  der  Gefangenen  vor  Schaden
und  Entweichung  anwendbar  sind.

§.  z5.  Wird  der  Gefangene  zum  Verhör,
  zur  Arbeit  oder  zum  Genuß  freier  Luft
aus  seinem  Gefängniß  geführt,  so  muß  der
Gefangenwärter  nach  Gestale  der  Verwegenheit
  des  Gefangenen  veranstalten,  daß
elnige  seiner  Gehilfen  zu  Abwendung  jeder
Entweichungsgefahr  in  Bereitschaft  stehen.

§.  26.  Der  Gefangenwärter  darf  Riemand
  Fremden,  ohne  Vorwissen  des  Kriminalgeriches,
  zu  dem  Gefangenen  lassen,
selbst  in  das  Gefängnibhaus  soll  er  Niemanden
  den  Eintritt  gestatten,  der  nicht  Ge,
schäfte  halber  hiezu  berechtiget  ist.

Wird  einem  Fremden  der  Eintritt  zu