Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1914 (1)

Nr.  38.  1914.  s88

(Nr.  22.)  Verordnung  vom  9.  Juni  1914,  betressend  das  Aussetzen  wllber
Kaninchen.  «
Friedrich  Franz,  von  Gottes  Gnaden  Großherzog  von  Mecklenburg,
Fürst  zu  Wenden,  Schwerin  und  Ratzeburg,  auch  Graf  zu  Schwerin,  der
Lande  Rostock  und  Stargard  Herr  usw.

Wir  verordnen  nach  hausvertragsmäßiger  Verhandlung  mit  Seiner  Königlichen
  Hoheit  dem  Großherzoge  von  Mecklenburg-Strelitz  und  nach  verfassungsmäßiger
  Beratung  mit  Unseren  getreuen  Ständen,  was  folgt:

81.
Das  Aussetzen  wilder  Kaninchen  sowohl  im  Freien  als  auf  eingefriedigten
Grundstücken  ist  verboten.
Jedes  einmal  gefangene  Kaninchen  ist  sofort  zu  töten.

§  2.

Wer  gegen  die  Vorschriften  dieser  Verordnung  verstößt,  wird  mit  Geldstrafe
bis  zu  sechshundert  Mark,  im  Unvermögensfalle  mit  Haft  bestraft.  Im  Wiederholungsfalle
  tritt  Geldstrafe  bis  zu  eintausend  Mark  oder  Gefängnisstrafe  bis  zu
drei  Monaten  ein.  «

§s..
mDie  vorstehenden  Bestimmungen  treten  mit  dem  Tage  ihrer  Veröffentlichung
in  Kraft.

Gleichzeitig  wird  die  Verordnung  vom  30.  Oktober  1901,  betreffend  das
Aussetzen  wilder  Kaninchen,  (Rbl.  1901  Nr.  41)  ausgehoben.

Gegeben  durch  Unser  Staatsministerium.

Schwerin,  den  9.  Juni  1914.

Friedrich  Franz.
Langefeld.  von  Blücher.  L.  von  Meerheimb.