Full text : Maximilian II., König von Bayern.

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vornehme  Gesellschaft  umkreist  und  erhielt  sofort  den  Auftrag
die  Gruppe  des  königlichen  Mittagsmahls  aufzunehmen.  Und
weil  das  Bild  so  gut  gelungen,  ließ  es  der  König  sofort  der
Königin  nach  Berchtesgaden  überbringen.  Am  27.  Juli  kamen
die  Gebirgsreisenden  daselbst  ebenfalls  an.  Damit  endigte  die
Wanderung,  die  über  vier  Wochen  gedauert  hatte.

Im  September  besuchte  der  König  mit  seinem  Bruder
Otto  das  Lager  bei  Augsburg,  dann  Regensburg  und  durchreiste
  hierauf  die  fränkischen  Provinzen.  Es  ist  kein  Zweifel,
er  that  es,  um  die  Volksstimmung  kennen  zu  lernen,  betressend
das  Ministerium  Pfordten-Reigersberg.

Das  Jahr  1859  ist  ohne  erwähnenswerthe  Reisen  des
Königs;  denn  seine  Jagden  im  Spessart  u.  s.  w.  gehören  nicht
hieher.  Dagegen  sollte  Anfangs  1860  eine  große  Reise  nach
Spanien  ausgeführt  werden.  Allein  die  politischen  Verhältnisse
in  Europa  gestalteten  sich  so  verwickelt  und  unsicher,  daß  der
König  es  nicht  für  gerathen  fand,  sich  so  weit  von  Deutschland
zu  entfernen.  Doch  machte  er  eine  Tour  durch  die  Schweiz  an
den  Genfersee.  Bei  den  Republikanern  herrschte  sehr  kriegerische
Stimmung  gegen  den  Kaiser  Napoleon,  und  der  König  hatte  Gelegenheit,
  die  Schweizer  Verhältnisse  zu  studiren.  Unter  dem
republikanischen  Stolze  fand  er,  wie  audere  Reisende  auch,  eine
über  alle  Maßen  gehende  Bettler-Zudringlichkeit.

Da  saß  das  Volk  der  Maden
Auf  seinem  Schweizerkäs  —
hat  schon  Rückert  gespottet.

Am  17.  März  kam  er  im  strengsten  Incognito  in  Genf
an.  Besonders  liebte  er  es  sich  unter  das  Volk  zu  mischen  und
besuchte  gerne  den  Viktnalienmarkt.  Bald  hatten  die  Leute  jedoch
ausgemittelt,  welch'  vornehmer  Herr  der  leutselige  Herr  sei  und
verleideten  ihm  nun  mit  ihren  speculativen  Ehrenbezeugungen

seine  Spaziergange.  So  lange  die  Mitterung  schön  war,

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