Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1914 (1)

610  Nr.  105.  1914.

In  Ziffer  II:  Prüfung  von  Lehrerinnen  der  französischen  und  englischen
Sprache:  tritt  vom  1.  Januar  1915  ab
1.  an  die  Stelle  des  §  24  folgende  Bestimmung:

§24.

Wegen  der  Meldung,  der  Zulassungsbedingungen  und  der  einzureichenden
  Zeugnisse  gelten  die  Bestimmungen  der  95  6  und  7,
sowie  des  §  8  mit  der  Maßgabe,  daß  die  Bewerberinnen  dem  Umfang
und  dem  Inhalt  nach  für  diejenige  Fremdsprache,  in  welcher  sie  eine
Lehrbefähigung  zu  erwerben  beabsichtigen,  mindestens  die  Bildung
nachzuweisen  haben,  die  nach  den  Lehrplänen  vom  7.  März  1910
(Rbl.  1910  Nr.  8)  durch  die  drei  Wissenschaftlichen  Klassen  und  die
Seminarklasse  des  Oberlyzeums  vermittelt  wird.

In  dem  Gesuche  um  Zulassung  ist  anzugeben,  ob  die  Ablegung
der  Prüfung  in  beiden  Sprachen,  und  wenn  nur  in  einer,  in  welcher
von  beiden  sie  beabsichtigt  wird.

2.  und  an  die  Stelle  des  Absatzes  3  des  §  29  folgende  Fassung:

Dabei  können  aber  auch  Bewerberinnen,  welche  nur  in  der  mündlichen
  oder  der  schriftlichen  oder  der  praktischen  Prüfung  das  Prädikat
„nicht  genügend“  erhalten,  als  nicht  bestanden  angesehen  werden.  Bewerberinnen,
  die  den  in  der  Prüfungsordnung  gestellten  Anforderungen
  bezüglich  der  deutschen  Sprache  nicht  genügt  haben,  ist  das  Befähigungszeugnis
  zu  versagen.  Bewerberinnen,  die  sich  für  beide
fremden  Sprachen  meldeten,  jedoch  nur  in  einer  derselben  den  Forderungen
  genügten,  kann  für  diese  Sprache  die  Unterrichtsbefähigung
zuerkannt  werden.

Gegeben  durch  Unser  Ministerium,  Abteilung  für  Unterrichtsangelegenheiten.


Schwerin,  den  23.  September  1914.

Auf  besonderen  Befehl  Seiner  Königlichen  Hoheit  des  Großherzogs.
Langfeld.