Contents : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1915 (2)

182  Nr.  32.  1915.

b)  Im  Abs.  2  werden  die  Worte
„Großherzogliche  Renterei“  ersetzt  durch  das  Wort  „Landessteuerkasse“.
  "
Diese  Verordnung  tritt  am  1.  Juli  1915  in  Kraft.
Gegeben  durch  Unser  Staatsministerium.
Schwerin,  den  18.  Februar  1915.

Friedrich  Franz.
Langfeld.  v.  Blücher.  L.  v.  Meerheimb.

II.  Abteilung.

(1)  Bekanntmachung  vom  19.  Februar  1915,  betreffend  Warnung  vor
Taschenfiltern.

Die  im  Nachstehenden  abgedruckte  Warnung  vor  Taschenfiltern  wird  auf  Anregung
  des  Reichskanzlers  zur  öffentlichen  Kenntnis  gebracht:
«  Warnung.

„Taschenfilter“  oder  „Feldfilter“  werden  häufig  als  geeignete  Gegenstände
  zum  Nachsenden  an  Heeresangehörige  im  Felde  angepriesen.  Mit  ihrer
Hilfe  kann  sich  angeblich  jeder  Soldat  sein  Trinkwasser  frei  von  Krankheitserregern
  und  sonstigen  schädlichen  Stoffen  machen.

Vor  dem  Ankauf  solcher  Filter  muß  jedoch  gewarnt  werden,  denn  sie
leisten  nicht  das,  was  an  ihnen  gerühmt  wird.

Die  Kleinfilter  vermögen  zwar  trübes  Wasser  zu  klären,  sie  sind  aber  nicht
imstande,  krankmachende  Bakterien  oder  Stoffe,  wie  sie  häufig  im  verschmutzten
Wasser  sich  vorfinden,  mit  Sicherheit  abzufangen.  Ein  Taschenfilter  kann  die
Gefährlichkeit  unreinen  Trinkwassers  höchstens  etwas  vermindern,  sie  aber
nicht  beseitigen.  Ja,  ein  nicht  peinlich  sauber  gehaltenes  Taschenfilter  ist
sogar  imstande,  das  Trinkwasser  zu  verschlechtern,  weil  an  ihm  Krankheitserreger
weiter  wuchern,  sich  vermehren  und  das  durchfließende  Wasser  infizieren  können.

Taschenfilter  wiegen  somit  ihre  Besitzer  in  eine  falsche  Sicherheit  und
verführen  sie  zu  Leichtfertigkeit  beim  Wassertrinken.  Abgekochtes  Wasser  ist
solchem,  das  durch  Taschenfilter  gegangen  ist,  unbedingt  vorzuziehen.

Schwerin,  den  19.  Februar  1915.

Großherzoglich  Mecklenburgisches  Ministerium,  Abteilung  für
Medizinalangelegenheiten.
Im  Auftrage:  Mühlenbruch.