Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1915 (2)

572  Nr.  74.  1915.

Bekanntmachung  vom  17.  Mai  d.  Is.,  betreffend  Anderung
100  Dea  unnanna  zn  die  Regelung  des  Verkehrs  mit  Gerste
—  KG#Bl.  S.  282  —,  den  Bierbrauereien  die  Weiterverarbeitung  der
Gerste  nicht  mehr  gestattet  ist,  sind  diese  Gerstemengen  für  das  Reich,
vertreten  durch  die  Zentralstelle  zur  Beschaffung  der  Heeresverpflegung
in  Berlin,  verstrickt.  Der  Zentralstelle  müssen  die  noch  vorhandenen
Mengen  bekannt  werden.  Die  Bierbrauereien  haben  daher  die
Vorräte  an  Gerste,  die  sie  mit  Beginn  des  25.  Mai  1915  im  Besitz  haben,
und  ihre  Eigentümer  dem  Deutschen  Brauerbund  E.  V.  anzuzeigen,  der  die
Anzeigen  an  die  Zentralstelle  zur  Beschaffung  der  Heeresverpflegung  bis  zum
10.  Juni  1915  weitergeben  wird.  Dieselbe  Anzeigepflicht  gilt  für  Unternehmer
  landwirtschaftlicher  und  gewerblicher  Betriebe,  die  vor  dem  17.  Mai  1915
nicht  Gerste  zur  Herstellung  von  Nahrungsmitteln,  insbesondere  von  Mehl,
Graupen  und  Malzextrakt,  zur  Herstellung  von  Gerste=  und  Malzkaffee,  sowie
zur  Herstellung  von  Grünmalz  für  Branntweinbrennerei  und  Preßbefefabrikation
  verwendet  haben.

Weiter  haben  Bierbrauereien  nach  §  2  der  Bekanntmachung  über  Malz
anzugeben,  wieviel  Malz  sie  nach  den  I§  1  bis  3  der  Bekanntmachung,  betreffend
  Einschränkung  der  Malzverwendung  in  den  Bierbrauereien,  vom
15.  Februar  1915  in  der  Zeit  vom  1.  April  bis  31.  Dezember  1915  verwenden
  dürfen,  und  zwar  möglichst  getrennt  für  die  drei  Vierteljahre.  Gleichzeitig
  haben  die  Brauereien  anzuzeigen,  wieviel  Malz  sie  seit  dem  1.  April
bis  zum  24.  Mai  1915  zur  Bierbrauerei  verwendet  haben.  Malz,  das  nach

dem  15.  Februar  1915  aus  dem  Ausland  eingeführt  ist,  ist  hierbei  nicht
mit  anzugeben.

Die  Anzeigen  sind  bis  zum  1.  Juni  1915  zu  erstatten.  Anzeigen  über
Vorräte,  die  sich  mit  Beginn  des  25.  Mai  1915  auf  dem  Transport  befinden,
  sind  unverzüglich  nach  dem  Empfang  von  dem  Empfänger  an  den
Deutschen  Brauerbund  E.  V.  zu  erstatten.  Gleichzeitig  mit  der  Anzeige  haben
Anzeigepflichtige  unter  Darlegung  der  Verhältnisse  diejenigen  Malzvorräte
gesondert  anzugeben,  für  welche  sie  nach  §  3  der  Bekanntmachung  über  Malz
von  der  Absatppflicht  und  von  der  Überlassungspflicht  befreit  sein  wollen.

Hierunter  fallen:

a)  Malzvorräte,  die  der  Verpflichtete  zur  Fortführung  seines  Betriebes
in  dem  bisherigen  Umfang  bis  zum  31.  Dezember  1915  nachweislich
  für  die  Herstellung  von  Malzextrakt  und  ähnlichen  pharmazeutischen
  Erzeugnissen  oder  von  Malzkaffee  benötigt,