Grebbrikamien. (Februar 12. 13.) 259
12. Febr. (Unterhaus.) Kriegskreditvorlage.
Schatzkanzler Bonar Law bringt eine Kreditvorlage von 550 Mill.
Pf. St. ein. 200 Mill. sind zur Deckung der Kriegsausgaben bis zum Schluß
des Finanzjahres (31. März), 350 Mill. für die Zeit bis Ende Mai bestimmt.
In seiner Rede führt der Minister aus, die gesamten Kreditbewilligungen
für das laufende Finanzjahr betrügen 1950 Mill. Pfund und gingen über den
letztjährigen Voranschlag Me Kennas hinaus. Die Steigerung sei den Mehrausgaben
für Munition zuzuschreiben, sowie den Vorschüssen an die Alliierten
und an die Dominions. Er sei sicher, daß das Haus die Ausgaben
für diese Posten nicht vorenthalten werde. Die durchschnittlichen täglichen
Ausgaben für Armee, Marine und Munition hätten zu Anfang des laufenden
Finanzjahres 4520 000 Pf. St. betragen, in der letzten Zeit 5710000 Pf.
erreicht und seien gegenwärtig auf 5790000 Pf. angelangt, seien also
seit Beginn des Finanzjahres um mehr als eine Million täglich gewachsen.
Die Steigerung der Munition dauere die ganze Zeit über an und sei jetzt
ebenso bedeutend, wie in irgendeiner früheren Periode. England habe nicht
allein an Mannschaften, sondern auch in der Ausrüstung die Ueberlegenheit.
Gegenwärtig ständen an den einzelnen Fronten vierzehnmal so viel Mann
wie zu Beginn des Kriegs, und die Vermehrung der Schießmittel betrage
im geringsten Falle das 28fache. Die gesamten seit Beginn des Krieges
bewilligten Summen hätten im ersten Jahre 362 Mill., im zweiten Jahre
1420 Mill. und im dritten 1950 Mill. betragen, was an Gesamtkrediten
seit Ausbruch des Krieges 3732 Mill. Pf. ausmache. Die Vorschüsse
an die Verbündeten würden seiner Schätzung nach im Finanzjahr die Gesamtsumme
von 890 Mill. erreichen. Die Gesamtausgaben für das laufende
Finanziahr stellten sich auf 2140 Mill., für die Zeit von Anfang des Kriegs
an auf 4200 Mill. Am Schluß des laufenden Finanzjahrs wird die Staatsschuld
3800 bis 3900 Mill. Pf. erreichen.
Die Vorlage wird am 13. einstimmig angenommen.
13. Febr. (Oberhaus.) U-Bootkrieg.
Bei einer Interpellationsdebatte über U-Bootfragen erklärt Lord
Curzon im Namen der Regierung: Im Juli 1914 war die Zahl der
britischen Handelsschiffe über 1600 t 3890 mit einem Gesamtinhalt von
16850000 Br.To., am 31. Jan. 1917 war die Zahl 3540 mit einem Gesamtinhalt
von 16000000 Br.To. Es sind neue Abwehrmittel gefunden
und die vorhandenen vervollkommnet worden, sodaß wir mit wachsendem
Vertrauen in die Zukunft blicken können. Die ganze Energie der Admiralität
ist darauf gerichtet, U.Boote zu zerstören. Für die Sicherheit der neutralen
Schiffahrt sind besondere Vorsichtsmaßregeln getroffen worden. England
läßt in Amerika und Japan neue Schiffe bauen, ändert die Passagierin
Frachtdampfer um und hat durch die Erlaubnis zu Deckladungen die
Tragfähigkeit der Handelsflotte um eine halbe Mill. To. erhöht.
Von deutscher Seite wird zu dieser Debatte u. a. bemerkt: Wie groß
die Gefahr in Wirklichkeit für England ist, ergibt sich am allerdeutlichsten
aus einer kritischen Betrachtung der von den einzelnen Rednern gegebenen
Ziffern. So führte Lord Curzon aus, daß von der gesamten englischen
Tonnage „75 Proz, der Handelsflotte für die Zwecke der Marine und des
Heeres, sowohl Englands wie seiner Alliierten, verwandt würden, und daß
die übrigbleibenden 25 Proz, der Versorgung der Zivilbedürfnisse des Landes
dienten". Es würde sich unter Zugrundelegung der letzten Ziffern von
Lloyds für das Jahr 1916 ergeben, daß der Zivilbevölkerung Englands
für die Bestreitung ihrer wirtschaftlichen Bedürfnisse heute nur noch ein
Frachtraum von etwa 5125000 To. zur Verfügung steht. Nun hat in der-17“