Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1915 (2)

620  Nr.  106.  1915.

6  9.

23.  Der  Berechnung  der  Leitungen  und  Schalter  soll  folgende  Annahme  zugrunde
gelegt  werden:

für  jede  Glüh=  oder  Metallfadenlampe,  Steckkontakt  und  dergl.  30  Watt;

für  jeden  Bogenlampenstromkreis  das  1½fache  seines  normalen  Stromverbrauches;
  .

für  jeden  Motor  das  1½fache  des  Stromverbrauchs  bei  normaler  Belastung
  bezw.  der  Anlaufstrom,  wenn  letzterer  größer  ist  als  der  vorstehende
  Wert.

21.  Hierbei  soll  der  Spannungsverlust  bis  zu  einem  beliebigen  Stromverbrauchsapparat
  vom  Elektrizitälsmesser  ab  gemessen,  nachstehende  Werte  nicht  übersteigen,  unter
der  Voraussetzung,  daß  alle  Teile  der  Anlage  gleichzeitig  in  Betrieb  sind:

für  Beleuchtungsapparate  und  kleine  Apparate  nicht  mehr  als  1½  %  der
normalen  Gebrauchsspannung.  Für  Motoren,  Heiz=  und  Kochapparate
  und  ähnliches  nicht  mehr  als  3%.  Für  Bogenlampen  gilt  hierbei
die  zugehörige  Sicherung  als  Stromentnahmestelle.

5  10.

25.  Leitungen  und  Apparate  sind  so  übersichtlich  anzuordnen,  daß  alle  Teile  der  Anlage
  leicht  und  schnell  zugänglich  sind  und  daß  bei  etwaiger  eintretender  Betriebsstörung
  eine  leichte  und  rasche  Abhilfe  möglich  ist.  In  der  Regel  sind  Hauptleitungen,
  Steigleitungen,  Gruppenleitungen  mit  ihren  zugehörigen  Apparaten,  wie
Ausschalter,  Sicherungen  usw.  an  leicht  zugänglichen  Stellen,  wie  Korridoren,  Vorplätzen
  usw.  anzubringen.

26.  Lichtanlagen  mit  einem  maximalen  Verbrauch  von  600  Watt  können  als  Zweileiteranschlüsse
  ausgeführt  werden.  .
27.  Anlagen  über  600  Watt  sind  als  Vierleiteranlagen  auszuführen.  Die  Leitungen

sind  innerhalb  der  Anlagen  in  Zweileiterzweige  zu  zerlegen,  wobei  eine  gleichmäßige
Belastung  der  Außenleiter  bezw.  der  drei  Phasen  unter  Berücksichtigung  der  in  der
seweiligen  Anlage  auftretenden  Verhältnisse  vorzusehen  ist.

28.  Im  allgemeinen  dürfen  mit  Rücksicht  auf  eine  genügende  Unterteilung  in  Glühlichtanlagen
  nicht  mehr  als  12  Lampen  an  eine  Sicherung  angeschlossen  werden,  die
Stromkreise  sind  mit  mindestens  2,  höchstens  4  Amp.  zu  sichern.  Bei  großen  Beleuchtungskörpern
  können  ausnahmsweise  Glühlampenkreise  mit  einem  maximalen  Verbrauch
  von  6  Amp.  an  eine  Sicherung  angeschlossen  werden.

W  11.

.  Auf  Schalttafeln  sind  Sicherungselemente  mit  rückwärtigem  Anschluß  zu  verwenden.
  .  .  ·
30.  Sämtliche  Installationen  sind  in  der  Nähe  des  Zählers  mit  Hauptschalter  für  die
Phasenleiter  zu  versehen  und  bei  Entfernung  von  mehr  als  3  Meter  zwischen  Zähler
und  Verteilungstafeln  auch  mit  Hauptsicherungen.  «

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