Metadata : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1915 (2)

Nr.  110.  1915.  643

Den  russischen  Arbeitern  im  Großherzogtum  ist  nach
wie  vor  untersagt,  ihren  Aufenthaltsort  zu  verlassen.  Die

entsprechenden  Bekanntmachungen  des  unterzeichneten  Ministeriums  bleiben
von  Bestand.

Schwerin,  den  19.  Juli  1915.

Großherzoglich  Mecklenburgisches  Ministerium  des  Innern.
L.  v.  Meerheimb.

G)  Bekanntmachung  vom  14.  Juli  1915,  betreffend  den  unmittelbaren  Geschäftsverkehr
  mit  den  niederländischen  Justizbehörden  bei  der  Rechtshilfe  in,
Strassachen.

In  der  Bekanntmachung  vom  29.  Mai  1912,  betreffend  die  Ersuchen  der
Justizbehörden  nach  dem  Auslande,  soweit  sie  nicht  auf  Auslieferung  oder  Festnahme
  gerichtet  sind  (Rbl.  1912  Nr.  31),  erhalten  die  Vorschriften  in  §  41  Nr.  2
mit  Wirkung  vom  1.  August  1915  ab  nachstehende  Fassung:

2.  Die  Rechtshilfe  in  Strafsachen  regelt  sich  nach  dem  Auslieferungsvertrage
zwischen  dem  Reiche  und  den  Niederlanden  vom  31.  Dezember  1896  (Reichs-Gesetzbl.
  1897  S.  781  ff.)  Artikel  12  bis  14,  18.  Jedoch  ist  allgemein  der  unmittelbare
  Verkehr  zwischen  den  deutschen  und  den  niederländischen  Justizbehörden
für  die  nach  Artikel  12  Abs.  1  des  Auslieferungsvertrags  zu  erledigenden  Rechtshilfeersuchen
  zugelassen.  Die  in  den  Niederlanden  zu  erledigenden  Ersuchen
sind  von  den  zuständigen  deutschen  Justizbehörden  dem  Staatsanwalt  bei  dem
Bezirksgericht  (Officier  van  Justitie  bij  de  Arrondissements-Rechtbank,),  die  in
Deutschland  zu  erledigenden  Ersuchen  von  den  zuständigen  niederländischen  Behörden
  dem  Landgerichtspräsidenten  zu  übermitteln.  Ist  einem  unzuständigen
Landgerichtspräsidenten  ein  Rechtshilfeersuchen  zugesandt  worden,  so  hat  er  es
unmittelbar  an  den  zuständigen  weiterzugeben  und  die  ersuchende  Behörde  ohne
Verzug  davon  zu  benachrichtigen.  Die  ersuchte  Behörde  kann  die  Erledigung
eines  Rechtshilfeersuchens  verweigern,  wenn  die  Untersuchung  sich  gegen  einen
Angehörigen  des  eigenen  Staates  richtet,  der  sich  nicht  auf  dem  Gebiete  des
anderen  Staates  befindet.  Ein  unmittelbarer  Schriftwechsel  findet  daneben  nach

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