Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1916 (3)

848  Nr.  62.  1916.

Kriegsministerium.
Nr.  W.  M.  579/2.  16.  K.R.U.

Die  Freigabe  für  den  Kleinverkauf

nach  §  6  der  Bekanntmachungen  W  M.  1000/11.  15.  K.  R.A.  und
W  M.  1300/12.  15.  K.  R.  A.
(Amtliche  Erläuterung.)

Beim  Webstoffmeldeamt  laufen  ununterbrochen  Anfragen  ein,  aus  denen  hervorgeht,
  daß  die  §§  6  der  Bekanntmachungen  W.  M.  1000/11.  15.  K.R.A.  und  W.  U.
1300/12.  15.  K.R.A.  in  weiten  Kreisen  des  Publikums  nicht  richtig  verstanden  werden.
Darauf  dürfte  auch  zurückzuführen  sein,  daß  bisher  eine  im  Verhältnis  zu  den  vorhandenen
  Vorräten  geringe  Zahl  von  Meldungen  beim  Webstoffmeldeamte  eingegangen
ist;  das  spätere  Eintreffen  der  Meldungen  wird  u.  a.,  was  jedenfalls  nicht  beabsichtigt
ist,  für  die  beteiligten  Handelskreise  den  Nachteil  haben,  daß  die  gestellten  und  zu  erwartenden
  Freigabeanträge  erst  später  bearbeitet  und  entschieden  werden  können.  Um
eine  Beschleunigung  im  Interesse  der  beteiligten  Personen  herbeizuführen,  sollen  daher
die  angeführten  Paragraphen  zusammenfassend  noch  einmal  erläutert  werden.

Unbedingte  Voraussetzung  für  den  Verkauf  freigegebener  Vorräte  ist:

a)  daß  die  freigegebenen  Vorräte  unmittelbar  an  Verbraucher,  und  nur  in
Mengen  von  nicht  mehr  als  einem  halben  Stück  bezw.  einem  halben  Dutzend
veräußert  werden,

b)  daß  der  Verkaufspreis  den  zuletzt  vor  dem  Inkrafttreten  dieser  Bekanntmachung
  tatsächlich  erzielten  Preis  nicht  übersteigt.

Freigabe  zum  Kleinverkauf  soll  auch  für  Fabrikanten  und  Großhändler  Platz
greifen,  welche  aber  die  freigegebenen  Vorräte  ebenfalls  nur  in  Mengen  bis  zu  einem
halben  Stück  bezw.  bis  zu  einem  halben  Dutzend  veräußern  dürfen;  „unter“  ist  hier
Aeichbedeutend  mit  „nicht  mehr  als“.  Im  Sinne  der  beiden  eingangs  bezeichneten

erordnungen  ist  als  „Verbraucher“  nicht  nur  das  kaufende  Publikum  und  die  Konfektionsbetriebe,
  sondern  auch  der  legitime  Großhändler  bezw.  Kleinhändler  anzusehen.

Im  übrigen  ist  zwischen  den  beiden  Bekanntmachungen  zu  unterscheiden.  Die
Höhe  der  Mindestvorräte  der  durch  die  Bekanntmachung  W.  M.  1000/11.  15.  K.K.  N.
beschlagnahmten  Gegenstände  ergibt  sich  aus  der  Ubersichtstafel  Spalte  6.  Diese  Mindestvorräte
  sind  nicht  nur  für  die  einzelnen  Gruppen  verschieden,  sondern  weichen  auch
teilweise  für  die  in  den  einzelnen  Gruppen  zusammengefaßten  Gegenstände  in  der
Höhe  voneinander  ab.  Will  jemand  wissen,  ob  und  was  er  verkaufen  darf,  so  muß  er
Unächst  genau  feststellen,  welche  Vorräte  vorhanden  sind  und  diese  verzeichnen.  Zeigt
ich  dabei,  daß  die  Mindestvorräte,  wie  sie  in  der  übersichtstafel  angegeben  sind,  nicht
erreicht  werden,  so  darf  er  die  Gegenstände  verkaufen.