Die Reichskriegsflagge
— Der Kaiser war und blieb völkerrechtlich und verfassungsrechtlich
der Oberste Kriegsherr, bis er seine Abdankung selbst erklärte (was er
erst am 28. November 1918 formell tat).
— Damit war die Befehlskette nicht aufgelöst, sondern sie war gebrochen
worden.
2. Die Konsequenz: Ein Legitimitätsvakuum
Durch diesen Bruch entstand ein Zustand der Illegitimität der neuen faktischen
Machthaber (Ebert) und ein Vakuum an legitimer exekutiver Gewalt.
In diesem Vakuum stellt sich die Frage: Wer vertritt die verfassungsmäßige
Ordnung?
3. Der Hilfsdienstpflichtige: Vom Usurpator zum Treuhänder?
Vor diesem Hintergrund erscheint die Handlung des Hilfsdienstpflichtigen
in einem neuen Licht. Er handelt nicht mehr eigenmächtig im Sinne
einer Rebellion, sondern er besetzt ein vakantes Amt der legitimen
Staatsgewalt.
— Seine Pflicht galt dem Deutschen Reich, nicht der revolutionären Regierung
Ebert.
— Der Kaiser, sein rechtmäßiger Oberbefehlshaber, war durch einen
verfassungswidrigen Akt von der Regierung und der Truppe getrennt
worden.
— In dieser extremen Notsituation, in der die verfassungsmäßigen Organe
handlungsunfähig gemacht wurden, kann sein Handeln als Notstandsverwaltung
interpretiert werden. Er verwaltet treuhänderisch
die Hoheitsrechte des Reiches, bis eine legitime Ordnung wiederhergestellt
ist.
Die Reichskriegsflagge wird in diesem Szenario nicht zur Standarte einer
Miliz, sondern zum Symbol der verfassungsrechtlichen Kontinuität und
Legitimität in einer Zeit des politischen Umsturzes.
4. Die völkerrechtliche Bewertung
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