Full text : Erinnerungen des Kronprinzen Wilhelm.

bittert  oder  müde  den  Heimatdienst  als  Buenretiro  nach
vollbrachter  Arbeit  ansah  (ich  lasse  Ausnahmen  nakürlich
  gerne  gelten),  hat  ungeheuren  Schaden  getan!  Ge—
rade  in  den  letzten  Jahren  hätte  all  das,  was  wir  an
Ersatz  nachholten  und  „auskämmten“,  durch  stärkste  und
festeste  Hände  gehen  müssen,  ehe  es  in  die  Fronk  einge—
gliedert  wurde.  Aus  einem  Materiale,  das  zum  guten
Teile  schon  durch  Verhetzung  wurmstichig  oder  von  pa—
zifistischen  Ideen  angekränkelt  war,  hätten  in  kraftvoller
Erziehungsarbeit  pflichttreue  Männer  gebildet  werden
müssen  —  würdig  ihrer  Kameraden  an  der  Fronk.  Freilich
  mit  ein  paar  schönen  Redensarken,  wie  sie  für  Kriegervereine
  und  Erinnerungefeste  üblich  waren,  konnke
ein  solches  Erziehungswerk  nicht  vollbracht  werden.  Und
was  die  Heimak  hier  versäumte,  das  konnke  später  kein
„vaterländischer  Unkerrichk“,  und  wenn  er  noch  so  guk  gemeink
  war,  nachholen.  Für  mein  Empfinden  hak  die  Idee,
den  Leuten  angesichks  des  Trommelfeuers  den  ekwa  fehlenden
  Pakriokismus  durch  Unkerricht  beibringen  zu  wollen,
  übrigens  immer  ekwas  reichlich  Naives  gehabf.  —
Wir  haben  Leute  als  Ersatz  bekommen,  die  schon  hinausgegangen
  waren  mit  dem  Entschlusse,  bei  der  ersten
Gelegenheik  die  Hände  hoch  zu  heben.  —  Am  schwersten
aber  hat  sich  die  Fehlauffassung  bei  der  Besetzung  der
veranktworklichen  stellvertrekenden  Kommandoposten  gerächf.
  —

Im  Gommer  und  im  Frühherbst  18  nun  begann
die  ausstrahlende  Zersetzung  auch  im  besetzken  Gebieke
mehr  und  mehr  in  Erscheinung  zu  kreken.  Die  ursprüngliche
  Ordnung  hinker  der  Fronk  versiel  zusehends.  In
den  großen  Ekappenorken  krieben  sich  Tausende  Ver-237