Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1917 (4)

Nr.  106.  1917.  7747

papiere.  Militärpersonen  unterstehen  auf  dem  gesamten  Flugplatzt-  und  Sperrgebiet
  der  Befehlsgewalt  der  Flugplatzleitung,  sowie  den  militärischen  Wachen  und
Posten.

3.  Zur  Erleichterung  der  Persönlichkeitsprüfung  hat  die  Flugplatzleitung  das
Recht,  schon  auf  der  Fähre  die  Ausweise  zu  verlangen  und  alle  sonstigen  sachdienlichen
Anordnungen  zu  treffen.  Auch  zu  diesen  Zwecken  bedient  sie  sich  ihrer  Wachen,  Posten,
Patrouillen  und  Läufer,  denen  in  solchen  Fällen  auch  schon  auf  der  Fähre  das  Recht
und  die  Pflicht  des  Waffengebrauches  zukommt.

b)  Auf  dem  Breitling.  .

Das  Befahren  des  Breitlings  sowie  die  Ausübung  der  Fischerei  auf  dem  Breitling
ist  nur  in  der  Zeit  von  ½  Stunde  vor  Sonnenaufgang  bis  1  Stunde  nach  Sonnenuntergang
  und  zwar  nur  solchen  Personen  gestattet,  welche

1.  einen  von  der  Flugplatzleitung  ausgestellten  Erlaubnisschein  besitzen,
oder

2.  einen  Ausweis  des  Rostocker  Bruch=  und  Straßenfischeramts  über  ihre
Fischereiberechtigung  und  ferner  einen  mit  abgestempelter  Photographie
versehenen  Persönlichkeitsausweis  bei  sich  führen.

Die  Flugplatzleitung  übt  die  Aufsicht  über  alle  Fahrzeuge  im  Breitling-Sperrgebiet
  durch  militärisch  bemannte  Boote  aus.  Die  Besatzungen  dieser  Boote  haben  die
hleichen  Rechte  und  Pflichten  lauch  des  Waffengebrauchs)  wie  die  Wachen  und  Posten
am  Lande.  Ihrem  Anrufe  haben  alle  auf  dem  Breitling  fahrenden  Boote  unbedingt
Folge  zu  leisten  und  sich  der  Persönlichkeitskontrolle  sowie  den  sonstigen  Anordnungen
der  Bootsbesatzung,  unbeschadet  eines  Rechts  der  Beschwerde  beim  Magistrat  der  Stadt
Rostock,  widerspruchslos  zu  unterwerfen.

c)  Auf  und  an  der  Ostmole  und  dem  Östufer

Das  Anlegen  an  der  Ostmole  ist  allen  Fahrzeugen  der  Kaiserlichen  Marine
ohne  weiteres  gestattet;  das  Betreten  der  Mole  jedoch  sowie  der  Verkehr  von  der  Mole
über  die  Fähre  unterliegt  der  Aufsicht  der  Flugplatzleitung.  Das  Gleiche  gilt  für  das
Ostufer  des  Neuen  Stromes  südlich  der  Fähre  in  Ausdehnung  der  Flugplatzplanke.

Zivilfahrzeuge  dürfen  nur  zur  Verhütung  von  Gefahren  für  Personen  oder
Sachen  das  Ostufer  und  die  Ostmole  benutzen,  also  wenn  starker  Strom  oder  ungünstige
Windverhältnisse  es  erfordern.  In  diesem  Falle  hat  das  Fahrzeug  sich  gegenüber  dem
Wachtpersonal  des  Flugplatzes  über  die  Notwendigkeit  zu  rechtfertigen  und  nötigenfalls
eine  Entscheidung  der  Flugplatzleitung  selbst  herbeizuführen.

4)  Ausnahmen  zum  Befahren  des  gesperrten  Küstenwasserstreifens  und
zum  Betreten  des  Strandes  zu  Fischereizwecken  kann  die  Flugplatzleitung  bewilligen.

 

V.  Jagdausübung  und  dergleichen.

Jede  Art  der  Jagdausübung,  auch  das  bloße  Mitnehmen  irgend  welcher  Waffen,
ist  auf  dem  gesperrten  Land-,  Wasser=  und  Sumpfgebiet  auch  solchen  Personen,  welche
im  übrigen  die  Erlaubnis  zum  Betreten  oder  Passieren  des  Sperrgebiets  erhalten  haben,
nur  mit  ausdrücklicher  schriftlicher  Genehmigung  der  Flugplatzleitung  gestattet.