Full text : Großherzoglich Sachsen Weimar-Eisenachisches Regierungs-Blatt aufs Jahr 1835. (19)

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2)  Die  höchsten  und  hohen  Regierungen  werden  ersucht,  in  Gemaßheit  der
in  diesen  Artikeln  enthaltenen  Bestimmungen  in  moöglichst  kurzer  Frist
die  erforderlichen  Einrichtungen  zu  treffen  und  selbige  bey  der  Bundesversammlung
  zur  Anzeige  zu  bringen.

Artikel  I.

Die  Regierungen  werden  auf  ihren  Universitäten  für  die  Immatrikulation
eine  eigene  Kommission  niedersetzen,  welcher  der  außerordentliche  Regierungsbevollmachtigte
  oder  ein  von  der  Regierung  dazu  ernannter  Stellvertreter
  desselben  beywohnen  wird.

Alle  Studirenden  sind  verbunden,  sich  bey  dieser  Kommission  innerhalb
zwey  Tagen  nach  ihrer  Ankunft  zur  Immatrikulation  zu  melden.  Acht  Tage
nach  dem  vorschriftmäßigen  Beginnen  der  Vorlesungen  darf,  ohne  Genehmigung
  der  von  der  Regierung  hierzu  bestimmten  Behörde,  keine  Immatrikulation
  mehr  Statt  finden.  Diese  Genehmigung  wird  insbesondere  alsdann  erfolgen,
  wenn  ein  Studirender  die  Verzögerung  seiner  Anmeldung  durch  Nachweisung
  gültiger  Verhinderungsgründe  zu  entschuldigen  vermag.

Auch  die  auf  einer  Universität  bereits  immatrikulirten  Studirenden  müssen
sich  bey  dem  Anfange  eines  jeden  Semesters  in  den  zur  Immatrikulation  angesetzten
  Stunden  bey  der  Kommission  melden  und  sich  über  den  inzwischen  gemachten
  Aufenthalt  ausweisen.

Artikel  II.
Ein  Studirender,  welcher  um  die  Immatrikulation  nachsucht,  muß  der
Kommission  vorlegen:

1)  wenn  er  das  akademische  Studium  beginnt  —  ein  Zeugniß  seiner
wissenschaftlichen  Vorbereitung  zu  demselben  und  seines  sittlichen  Betragens,
  wie  solches  durch  die  Gesetze  des  Landes,  dem  er  angehört,  vorgeschrieben
  ist.

Wo  noch  keine  Verordnungen  hierüber  bestehen,  werden  sie  erlassen
werden.

Die  Regierungen  werden  einander  von  ihren  über  diese  Zeugnisse  erlassenen
  Gesetzen,  durch  deren  Mittheilung  an  die  Bundesversammlung,
in  Kenntniß  setzen.